Das Charisma von CL
"Das Charisma ", hat Don Giussani geschrieben, "kann
man eine Gabe des Heiligen Geistes nennen, die in einem bestimmten geschichtlichen
Kontext einem Menschen gegeben
wird, damit eine ihm geschenkte Glaubenserfahrung dem Leben der Kirche
irgendwie nützt. Am
Charisma unterstreiche ich den existentiellen Aspekt; es macht die von
den Aposteln überlieferte
Botschaft überzeugender, zugänglicher für jene, die Christi
Willen dazu bestimmt hat. (...) Ich sage oft, dass ein Charisma ein
Endausdruck der Menschwerdung ist, das heißt
eine besondere Modalität, durch die das Ereignis Jesu Christi, Gott-Mensch,
mich erreicht, und durch meine Person andere erreichen kann."
"Das Charisma von CL", so fährt Giussani fort, "kennt
keine besonderen Teilaspekte. Ich würde eher sagen, dass der ursprüngliche
Charakter unserer Bewegung in der Art besteht, wie man die christliche
Erfahrung leben kann. Wenn ich das Wesen dieser Art
beschreiben müsste, würde ich sagen, dass es aus zwei
Faktoren besteht: In erster Linie aus der Botschaft, dass Gott Mensch
geworden ist, also eine geschichtliche Begleitung für unseren menschlichen
Weg. Zweitens aus der Behauptung, dass Jesus von Nazareth im
Zeichen der Eintracht, der Kommunion, der Gemeinschaft, der Einheit gegenwärtig
ist; also in Seiner Kirche ist".
"Seit der ersten Stunde im Brecht-Gymnasium in
Mailand habe ich versucht, den Schülern zu vermitteln, was mich
bewegt: Nicht der Wille, sie zu überreden, dass
ich recht hätte, sondern der Wunsch, ihnen die Vernünftigkeit
des Glaubens zu zeigen, d.h. ihre Freiheit sollte der christlichen Botschaft
zustimmen, weil sie selbst entdeckten, dass
das, was ich sagte, mit dem Streben ihres Herzens übereinstimmte,
und so auch der Vernunft entsprach. Nur durch diese Dynamik des Wiedererkennens
wird jeder, der unserer Bewegung anhängt,
kreativ und selbst Protagonist; er wiederholt nicht Formeln oder
Worte. Darum, so scheint mir, stiftet das Charisma eine soziale Wirklichkeit,
nicht in Form eines Projekts, sondern als
Bewegung von Menschen, die eine Begegnung gewandelt hat und die versuchen,
die Welt, die Umgebung und die Umstände, denen sie begegnen, menschlicher
zu machen. Das gelebte Gedächtnis
Christi will unausweichlich in der Gesellschaft eine Gegenwart schaffen,
nicht irgendein programmiertes Ergebnis."
Dieser Text wurde aus dem Buch Comunione
e Liberazione - Eine Bewegung in der Kirche entnommen.
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