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„Wozu die vielen Lichter?“
Die Milchstraße in Wissenschaft, Geschichte und Kunst
Ausstellung, 2.-18. Mai 2007, Universität Wien

Die Milchstraße, ein spektakulärer Lichtbogen, ausgespannt über den Himmel, erstaunte viele Generationen der Geschichte bis zum heutigen Tag. Die unterschiedlichsten Zivilisationen, von den Ägyptern bis zu den Chinesen, „Aborigines“ und Inkas brachten rund um dieses himmlische Zeichen Mythen und Legenden hervor. Auch Dichter und Maler der europäischen Geschichte waren inspiriert von diesem silbrig-, nebeligen Licht.

Die moderne Wissenschaft hat die physikalische Natur der Milchstraße enthüllt, indem sie in dem Glühen dieses Lichtbogens den Querschnitt unserer Galaxie entdeckte: Eine spiralige, aus hunderttausenden Sternen bestehende Struktur, so weit, dass selbst ein Lichtstrahl tausende Jahrhunderte benötigt um sie zu durchqueren. Die Wissenschaft hat uns gezeigt, dass die Struktur der Milchstraße, ihre Evolution, ihre Bewegung, ihr Aufbau, sowie unsere Position darin, einen entscheidenden Beitrag für den Aufbau und den Erhalt unseres Planeten und letztendlich unsere Existenz ermöglicht. Sogar die turbulentesten und außergewöhnlichsten Phänomene der Milchstraße, wie das zentrale schwarze Loch, die Explosionen der Supernovae oder der Lichthof der dunklen Materie, der diese umgibt, haben in ganz bestimmter Weise beigetragen, eine günstige Umgebung für das Leben zu schaffen.

Was damals als mysteriöser Lichtschweif schien, ist heute als geordnete komplexe Struktur entschlüsselt, die die moderne Wissenschaft zumindest teilweise erklären kann. Ziel der wissenschaftlichen Forschung ist sicherlich nicht, das Geheimnisvolle und das Staunen zu ersticken, das die Menschen in der Geschichte instinktiv fühlten und das die Genialität der Künstler auf einzigartige Weise zum Ausdruck brachte.

Im Gegenteil, die Wissenschaft hat unser Bewusstsein für die unermessliche Größe und Schönheit der Milchstraße erweitert. Wir sehen heute, dass die Verbindung der Milchstraße mit unserer Existenz noch tiefer ist, als die vorwissenschaftlichen Visionäre je wagten zu denken. „A che tante facelle?“ … „Wozu die vielen Lichter?“ … Leopardis Frage wird im Licht der modernen Wissenschaft noch tiefer und noch dringlicher.

Die Ausstellung lässt den Besucher unsere Galaxie als „Randgebiet“ der irdischen Umgebung betrachten. Sie zeigt hoch aufgelöste spektakuläre Bilder der Milchstraße, von den neuesten Aufnahmen des Hubble-Space-Teleskops und von den größten Teleskopen der Erde. Werke von Künstlern, historische Dokumente, wie die Beobachtungen Galileos, und die ersten Instrumente, die zur Entdeckung der Galaxie führten werden präsentiert. Die Ausstellung stellt die Milchstraße als eine von unzähligen Galaxien vor, die in der Gesamtheit des Kosmos wie ein kleiner Punkt erscheint und sie gipfelt in der Frage: „Und ich, wer bin ich…“

Wissenschaftliche Betreuung: Marco Bersanelli, Mario Gargantini, Davide Maino, Nicola Sabatini, Elio Sindoni. Beratung Francesco Bertola und Massimo Robberto.

  LAST UPDATE 17.03.2007 Impressum