Buchtipp: "Ein christliches Europa"
In dem Buch "Ein christliches Europa" geht der us-amerikanische
Autor Joseph H. H. Weiler der Rolle des Christentums im neuen Europa
nach. Dabei plädiert Weiler für einen Gottesbezug in der
europäischen Verfassung.
Joseph H. H. Weiler diagnostiziert bei den Europäern hinter
der verfassungsrechtlichen Argumentation eine “Christophobie”,
eine Verleugnung ihrer mehrheitlich christlichen Geschichte. Dagegen
sieht Weiler gerade in der Rückbesinnung auf diese spirituelle
Haupttradition die Chance, dass die Idee der europäischen
Integration nicht im “verzerrenden Effekt” der EU-Politik,
in der Entpersönlichung durch den Markt und der Kommerzialisierung
der Werte verkommt. Ein "christliches Europa" wäre
für Weiler "kein exklusiver Club oder ein notwendigerweise
konfessionelles Europa". Vielmehr stünde so ein Europa
für umfassenden Respekt vor den Rechten aller Menschen.
Das
Vorwort zu dem Buch "Ein christliches Europa" verfasste
der ehemalige deutsche Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde.
Joseph H. H. Weiler (geb. 1951) ist Jude und lehrt an der New
York University Law School und am Europakolleg in Brügge Internationales
Recht und Europarecht. Er leitet das Jean Monnet Center for International
and Regional Economic Law and Justice. Eine seiner jüngeren
Publikationen “The Constitution of Europe: Do the New Clothes
Have an Emperor” (Cambridge 1999) wurde bereits in acht Sprachen übersetzt.
Dem deutschen Publikum ist er außerdem durch seinen Roman “Der
Fall Steinmann” (Piper 2000) bekannt.
Ernst-Wolfgang Böckenförde (geb. 1930) ist emeritierter
Professor für öffentliches Recht, Rechts- und Verfassungsgeschichte
und Rechtsphilosophie in Heidelberg, Bielefeld und Freiburg. Von
1983–96 war Böckenförde Richter des Bundesverfassungsgerichts.
Info:
Joseph H. H. Weiler
Ein christliches Europa
mit einem Vorwort von Ernst-Wolfgang Böckenförde
übersetzt
von Franz Reimer
168 Seiten, 12 x 18,5 cm, Karton mit Schutzumschlag
Euro 9,90 /
SFr 17,50
ISBN 3-7025-0493-1
|