cl Luigi Giussani

Gemeinschaft und Befreiung

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RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS S.EM.R.KARD. ANGELO SCOLA

Bischofssynode

S.EM.R.KARD. ANGELO SCOLA, PATRIARCH VON VENEDIG (ITALIEN)

03/10/2005

Quelle: vatican.va

Inhaltsübersicht

EINFÜHRUNG
Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen entgegen

I. Das Eucharistische Staunen
II. Die Eucharistie bringt die Evangelisation mit sich
III. Die Eucharistie und die ratio sacramentalis der Offenbarung

ERSTES KAPITEL
Das Novum des christlichen Kultes

I. Die “logike latreía” (Röm 12, 1)
II. Der Wert des Eucharistischen Ritus
III. Die Eucharistiefeier erzeugt die Kirche
1. Eine erste Bekräftigung: der Bischof, Liturg par excellence
2. Eine zweite Bekräftigung: die Natur des christlichen Tempels
3. Eine dritte Bekräftigung: die “Interkommunion”?

ZWEITES KAPITEL
Die eucharistische Handlung

I. Die Unterscheidungselemente der Eucharistiefeier
1. Die untrennbare Einheit des Wortgottesdienstes und der Eucharistiefeier
a. Die eucharistische Gabe: weder Recht noch Besitz
a1. Sonntägliche Feiern in Gemeinden, die auf einen Priester warten
a2. Viri probati?
2. Die Anbetung
3. Die Einstellung zu Beichte und Buße
a. Die geschiedenen Wiederverheirateten und die Kommunion
4. Ite missa est
II. Ars celebrandi e actuosa participatio

DRITTES KAPITEL
Die anthropologische, kosmologische und soziale Dimension der Eucharistie

I. Zwei Vorbedingungen
1. Eucharistie und Evangelisation
2. Eucharistie, Interkulturalität und Inkulturation
II. Die anthropologische Dimension der Eucharistie
III. Die kosmologische Dimension der Eucharistie
IV. Die soziale Dimension der Eucharistie

SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das eucharistische Dasein in den gegenwärtigen Bemühungen

I. Zusammenfassung
II. Ein abschließender Wunsch

EINFÜHRUNG
Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen entgegen

I. Das eucharistische Staunen

Bei der Eucharistiefeier “können die Gläubigen auf gewisse Weise die Erfahrung der beiden Jünger von Emmaus nachvollziehen: “Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn” (Lk 24, 31) [1].Darum erklärt Johannes Paul II., dass die eucharistische Handlung Staunen auslöst [2]. Staunen ist die unmittelbare Antwort des Menschen auf eine ihn hinterfragende Realität. Es drückt die Erkenntnis einer ihm freundlich gesinnten Realität aus, es ist ein Positivum, das die grundlegenden Erwartungen trifft. Der Hl. Paulus erklärt im Römerbrief den Grund hierfür: Die Realität bewahrt den guten Plan des Schöpfers. An diesem Punkt konnte der Apostel von den Menschen sagen “die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten” sind “unentschuldbar”, denn “obwohl sie Gott erkannt haben”-vom Moment “seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen” - “ haben sie ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt” (vgl. Röm 1,19-21).
Unsicherheit und Angst können sich dagegen in einem späteren Moment in der Erfahrung des Menschen breit machen, wenn sich aufgrund der Endlichkeit und des Bösen in ihm die Angst, dass das Positive der Realität nicht bleiben könne, breit macht. So fügt sich einerseits die eucharistische Handlung, wie ja auch das gesamte Christentum als Quelle des Staunens [3] in die menschliche Erfahrung ein. Anderseits jedoch äußert sie sich als nicht erwartetes und völlig unentgeltliches Ereignis. In der Eucharistie enthüllt sich, dass der Plan Gottes ein Plan der Liebe ist. In ihr steigt der Deus Trinitas, der in sich Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,7-8), hinab in den hingegebenen Leib und in das von Jesus Christus vergossene Blut und wird zu Speise und Trank, die das Leben des Menschen nähren (vgl. Lk 22, 14-20; 1 Kor 11, 23-26).
Wie die beiden Jünger von Emmaus, die, wiederbelebt durch das eucharistische Staunen, ihren Weg wieder aufnahmen (vgl .Lk 24, 32-33), so ist auch das Volk Gottes, das sich der Kraft des Sakramentes hingibt, getrieben, die Geschichte aller Menschen zu teilen.
Johannes Paul II. wollte mit großer Weitsicht, die sofort von Benedikt XVI. aufgegriffen worden ist, den Gewinn aus dem Großen Jubiläum im speziellen Jahr der Eucharistie fortführen [4] und legte fest, dass diese XI. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode der Eucharistie, Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche gewidmet werden solle. Die festliche Eucharistiefeier, mit der wir gestern in der Petersbasilika begonnen haben, hat uns objektiv für jene Haltung des Staunens geöffnet, die, wenn wir ihr während unserer Arbeiten angemessen nachkommen, dazu beitragen wird, der Kirche in der ganzen Welt zu helfen, die zentrale Rolle und die Schönheit der Eucharistie wiederzufinden.
Warum ist die Eucharistie das faszinierende Herz des Lebens des Gottesvolkes, das für die Rettung der gesamten Menschheit gedacht ist? Weil sie in der heutigen Geschichte Jesus Christus als vollendeten Sinn der menschlichen Existenz in all ihren persönlichen und gemeinschaftlichen Dimensionen enthüllt und präsent macht [5]. Das belegt sich auf anthropologischer, kosmologischer und sozialer Ebene.
“ Im Geheimnis des Fleisch gewordenen Wortes findet das Geheimnis des Menschen wahres Licht” [6]: in der Eucharistie enthüllt diese zentrale versöhnende Aussage ihren ganzen Realismus. In Brot und Wein, Früchte des Bodens und der Arbeit, wird die totale Hingabe des Menschen, eins in Körper und Seele [7], seiner Gefühle und seiner Handlungen zusammengefasst; es findet Ausdruck in seiner ständigen Interaktion mit dem Kosmos und gleichzeitig belegt dies seine ursprüngliche Solidarität mit allen Menschenbrüdern, ausgehend von der Familie und der ihm am nächsten stehenden Gemeinschaft bis zu den am weitesten entfernten Grenzen der Erde.
In der eucharistischen Gabe wird dem Gläubigen der Zugang zur lebendigen und persönlichen Wahrheit möglich gemacht, die “wirklich frei macht” (vgl. Joh 8, 36). In der Eucharistie erhält die Aufforderung Jesu “Wenn du vollkommen sein willst” (Mt 19, 21) ihre volle Wirkung. Der Mensch wird provoziert, aus sich heraus auf die anderen und die gesamte Realität zuzugehen, damit der unauslöschliche Wunsch nach Glück, den er in seinem Herzen trägt, erfüllt werde [8]. In der Eucharistie wird Jesus konkret der Weg für jene Wahrheit, die das Leben schenkt (vgl. Joh 14, 6) [9].
In Ihr wird die Kirche, die gleichzeitig personal und sozial ist, ein Volk der Völker, jene bewundernswerte ethnische Einheit sui generis, über die Paul VI. sprach [10].
Quelle und Gipfel des Lebens und der Mission der Kirche “ist das gesamte Triduum Paschale, aber dieses ist für immer in der eucharistischen Gabe wie gesammelt, vorweggenommen und konzentriert”, da es “eine geheimnisvolle‘Zeitgleichheit’ zwischen jenem Triduum und dem Lauf der Jahrhunderte umsetzt” [11]. Darum findet sich seit 2000 Jahren das heilige Volk Gottes, gleichgültig, welcher Generation, Schicht, Rasse oder Kultur es angehört, jeden Sonntag in der ecclesia eucaristica zusammen, um öffentlich den eigenen Glauben zu bekennen. Die Eucharistie enthüllt tatsächlich in sich selbst und in ihrer Verbindung mit den sieben Sakramenten die ganze Tragweite des Geheimnisses des Glaubens [12]. Dies erklärt konkret, warum auch in den Zeiten und an den Orten der größten Mühen für die Kirche diese, unterstützt vom Geist, niemals gefehlt hat. Die 2000 Jahre alte Praxis [13], die sonntägliche eucharistische Handlung in den Mittelpunkt zu stellen, hat dazu beigetragen.
Dies sind, extrem zusammengefasst, die Gründe, die das eucharistisch Staunen in Männern und Frauen jeder Zeit und jedes Ortes auslösen können. Die vorliegende Relatio ante disceptationem möchte diese ein wenig ausleuchten. Im vorbereitenden Rahmen, der zunächst von den Lineamenta und dann von dem Instrumentum laboris aufgezeigt wird, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, aber ohne die wichtigsten Probleme zu umgehen, hat diese lediglich den Zweck, den Dialog zwischen den Synodenvätern zu eröffnen.
Der Einfachheit halber nehme ich die Gliederungen vorweg. Nach dem Bezug auf das eucharistische Staunen hebt die Einführung (Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen entgegen) die Verbindung zwischen der Eucharistie und der Evangelisation und mit der ratio sacramentalis der Offenbarung hervor. Im Ersten Kapitel Das Novum des christlichen Kultes werde ich versuchen, die Neuheit des christlichen Kultes in den Mittelpunkt zu stellen. Das Zweite Kapitel (Die eucharistische Handlung) wird die Eucharistische Handlung in ihren Unterscheidungselementen und in der notwendigen Verbindung zwischen ars celebrandi und actuosa participatio behandeln. Ein Drittes Kapitel (Die anthropologische, kosmologische und soziale Dimension der Eucharistie) will zeigen, wie die Eucharistie in sich liegend eine anthropologische, eine kosmologische und eine soziale Dimension besitzt. Die Schlussfolgerungen (Das eucharistische Dasein in den gegenwärtigen Mühen) wird eine kurze Zusammenfassung des behandelten Themas bieten, um mit einem kurzen Wunsch zu unseren Arbeiten abzuschließen.

II. Die Eucharistie bringt Evangelisation mit sich

Die vom Instrumentum laboris, das angesichts dieser Synodenversammlung vorbereitet worden ist, gesammelten Angaben, belegen, dass die Eucharistische Praxis in den großen Bereichen des Globus sehr vielfältig ist. Dies hat sicherlich mit ihren bedeutenden kulturellen Unterschieden zu tun, die sich auch klar in der Qualität der Teilnahme an der Eucharistie ausdrücken, die ihrerseits mit der Echtheit der ars celebrandi verbunden ist.
Eine besondere Hervorhebung drängt sich aber auf. Das Erlöschen des Eucharistischen Staunens hängt, in letztlicher Betrachtung von der Endlichkeit und der Sünde des Einzelnen ab. Häufig findet dieser jedoch ein fruchtbares Terrain in der Tatsache, dass die christliche Gemeinschaft, die die Eucharistie zelebriert, weit entfernt von der Realität ist. Sie lebt auf abstrakte Weise. Sie spricht nicht zum konkreten Menschen, zu seinen Gefühlen, zu seiner Arbeit, zu seiner Ruhe, zu seinen Bedürfnissen der Wahrheit, der Güte und Schönheit. Auf diese Weise begleitet die eucharistische Handlung, die von den alltäglichen Bedürfnissen getrennt ist, den Gläubigen nicht mehr während des Reifungsprozesses seines Ichs und in seiner Beziehung zum Kosmos und der Gesellschaft.
Die Synodenversammlung muss diesen Stand der Dinge aufmerksam untersuchen und mögliche Lösungen aufweisen. Sie kann sich nicht darauf beschränken, die Zentralität der Eucharistie und des dies Domini zu bestätigen. Objektiv steht diese außer Diskussion, aber die Schwierigkeit liegt darin, das Staunen, das von der Eucharistie ausgelöst wird, in den zahlreichen nicht praktizierenden Getauften (in einigen europäischen Ländern übersteigen sie 80%) wieder herzustellen. “Bevor die Menschen sich der Liturgie nähern können - das dürfen wir nicht vergessen - ist es notwendig, dass sie zum Glauben und zur Umkehr aufgerufen werden” [14]. Die Verkündung und das persönliche und gemeinschaftliche Zeugnis Jesu Christi gegenüber allen Menschen sind also unabdingbar für die Schaffung vitaler und offener christlicher Gemeinschaften. Außerdem fordert das Leben dieser Gemeinschaften eine systematische Ausbildung zum “Gedanken Christi” (1 Kor 2, 16) (Katechese - ganz besonders jene für die christliche Initiation der Kinder und Erwachsenen - Kultur). Diese erfolgt über die Ausbildung zum Unentgeltlichen (Barmherzigkeit, Einsatz sozialer Teilung). Sie fordert eine universelle Kommunikation des neuen Lebens in Christus (Mission). In einem Wort, die begründenden Faktoren der Evangelisation und der Neuevangelisierung sind grundlegende Implikationen der eucharistischen Handlung.

III. Die Eucharistie und die ratio sacramentalis der Offenbarung

Das II. Vatikanische Konzil hat vor allem in der Dogmatischen Konstitution Dei Verbum die Eigenschaft der Offenbarung als Ereignis hervorgehoben. Sie hat so eine solide doktrinale Grundlage für den Eucharistischen Realismus geliefert, der allein die Zeitgleichheit zwischen dem heilbringenden österlichen Triduum und den Menschen jeder Zeit garantiert. Die Konstitution vertieft die Lehren des I. Vatikanischen Konzils in christozentrischem Schlüssel. Die Offenbarung erfüllt und vervollständigt sich in der Person und der Geschichte Jesu Christi, wahrer Mensch und wahrer Gott, gekreuzigt, gestorben und wieder auferstanden für uns Menschen und unser Heil [15]. In seinem Erlösungswerk enthüllt Er das barmherzige Angesicht des Vaters über die Kraft des Geistes des Auferstandenen, Er macht uns zu Kindern im Sohn (vgl. Eph 1, 5). “Nomen Trinitatis publicando” [16]. Jesus Christus löst über die völlige Hingabe seines unschuldigen Lebens das Geheimnis des Menschen und verleiht so dessen Freiheit Wert, indem er ihm die Freiheit schenkt, über sich selbst zu entscheiden. Jesus Christus fordert von der Freiheit eines jeden Menschen über den Gehorsam gegenüber dem Glauben Seine Gabe in jeder Handlung der menschlichen Existenz aufzunehmen (vgl. Apg 3, 20). Diese Aufnahme fordert ihrerseits vom Menschen eine totale Hingabe seiner selbst (vgl. Mt 19, 21). Daraus folgt der Ausschluss jeder magischen Konzeption des Sakraments im Allgemeinen und der Eucharistie im Besonderen.
Das einzige und unwiederholbare Ereignis des Triduum Paschale wurde von Christus selbst beim Abendmahl mit den Seinen vorweggenommen, das Er so sehr gewollt hat (vgl. Lk 22, 15). Mit seinen Aposteln bei Tisch im Abendmahlssaal sitzend, hat Jesus die Eucharistie eingesetzt. Über die Gabe des Heiligen Geistes, die es möglich macht, den Befehl “Tut dies zu meinem Gedächtnis” umzusetzen (Lk 22, 19; 1 Kor 11, 25), öffnet Er dem Gläubigen jeder Zeit die Möglichkeit, an der Erlösung teilzuhaben.
In der Eucharistischen Handlung trifft tatsächlich die Freiheit Gottes auf die Freiheit des Menschen. Ausgehend von diesem Treffen der Freiheit des Christen, das von der Anerkennung der Gabe Gottes und der Kommunion mit Ihm und den Brüdern gekennzeichnet ist, ist er angetrieben, seinem ganzen Leben eine eucharistische Form [17] zu geben. Darum kommt in der Eucharistie auf hervorragende Weise das zum Ausdruck, was Fides Et Ratio die “ratio sacramentalis der Offenbarung” nennt [18]. Sie erlaubt es dem Gläubigen zu entdecken, dass über alle Umstände und alle Beziehungen, aus denen objektiv die menschliche Existenz besteht, die Menschwerdung Jesu Christi die Freiheit des Menschen zu einer progressiven Verbindung mit dem Leben der Dreifaltigkeit auffordert. Er wird in dieser Erfahrung von Jesus selbst begleitet: “Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt” (Mt 28,20). Darum versichert er der christlichen Gemeinschaft Seine liebevolle Präsenz: “wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen” (Mt 18,20). So lebte seit Anbeginn die urchristliche Gemeinde: “Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, am Brechen des Brotes und an den Gebeten” (Apg 2,42). Auf das Leben dieses Volkes Gottes, das die Geschichte durchläuft, wirft die eschatologische Perspektive, in die Jesus seit ihrer Einsetzung die eucharistische Handlung gesetzt hat, ein strahlendes Licht: “Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters” (Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18).
Die ratio sacramentalis im Geheimnis der Fleischwerdung, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi beweist, dass das Leben eines jeden Menschen objektiv Berufung ist. Jeder Zustand des Lebens [19] - Ehe, Priesterstand, geweihte Jungfräulichkeit - erhält vom eucharistischen Mysterium die letzendliche Wurzel seiner Form. In der Eucharistischen Berufung findet daher jeder Gläubige den Ursprung und den Sinn seiner Berufung, die seiner Existenz eine Eucharistische Form verleiht.

ERSTES KAPITEL
Das Novum des christlichen Kultes

Der wichtige Anhaltspunkt der zweitausendjährigen Praxis der sonntäglichen Eucharistiefeier, der entscheidend für die Entstehung und das Wachstum der christlichen Gemeinschaften aller Zeiten und Orte ist, ist kein Zufall. Dieses Primat der Eucharistie als Handlung kann ausgehend von der ratio sacramentalis der Offenbarung, aus der es entspringt, völlig erklärt werden, aus der die eucharistische Form des christlichen Lebens entspringt. Darum müssen wir mit Entschlossenheit die Vertiefung der eurcharistischen Handlung, Quelle und Höhepunkt des Lebens und des Auftrages der Kirche, in den Mittelpunkt unserer Arbeiten über die Eucharistie stellen. Diese Wahl erlaubt es, jede falsche Gegenübersetzung zwischen Theologie und Liturgie zu überwinden.

I. Die “logike latreía” (Rm 12, 1)

Auch wenn man, gemeinsam mit den Forschern, eine gewisse differenzierte anthropologische Kontinuität mit den Riten der verschiedenen religiösen Formen erkennen kann - besonders mit den Opferriten im Nahen Osten der Antike, mit den hellenistischen Abendmahlen und besonders mit den heiligen Mahlzeiten des Judentums in der hellenistischen Epoche - erkennen heute alle an, dass die Eucharistie Christi im Letzten Abendmahl einem novum Leben verliehen hat.
Die Institution der Eucharistie fügt sich in ein rituelles Abendessen ein, dessen österlicher Kontext nunmehr nachgewiesen ist (vgl. Mt 26,19-20; Mk 16-18; Lk 22,13-14; Joh 13, 1-2) [20], als jene einzigartige Tat, mit der Jesus die Jünger mit seiner Todesstunde und Mission verbindet und das Opfer seines Osterfestes vorweg nimmt, der definitive Weg für das Kommen des Reiches. Durch das Essen Seines Leibes und das Trinken Seines Blutes, sind die Jünger Christus einverleibt - so verwirklicht sich die Kommunion, die die Kirche begründet.
Beim Letzten Abendmahl sprach Jesus Christus “zu den Aposteln auch mit Worten, die den Inhalt des Gesetzes und der Propheten beinhalten” [21], er bringt Sich selbst als einziges dem Vater entsprechendes Opfer dar (vgl. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; Lk 22, 19-20; 1Kor 11, 23ff). In diese Handlung bezieht er auch die Jünger mit ein, nicht um eine formelle und traurige Erinnerung an seine Person und seine Handlung zu erwecken, sondern für eine dauerhafte und aktive Teilnahme der Jünger an seinem Opfer bis zum Ende der Welt: “tut dies zu meinem Gedächtnis” (Lk 22, 19).
So entsteht der unauflösbare Bund, der die Eucharistie an die Kirche bindet und die Kirche an die Eucharistie. Es ist kein Zufall, dass von Anfang an der technische Begriff ecclesia für die eucharistischen Zusammenkünfte der Christen verwendet wird (vgl.1Kor 11, 18; 14, 4-5.19.28). “Die Kirche lebt seit ihrem Anbeginn von der Eucharistie. In ihr findet sie den Grund ihrer Existenz, die unerschöpfliche Quelle ihrer Heiligkeit, die Kraft der Einheit und denBund der Kommunion, den Impuls ihrer evangelischen Lebendigkeit, das Prinzip ihrer Aktion zur Evangelisation, die Quelle der Barmherzigkeit und den Elan für den menschlichen Aufstieg, die Vorwegnahme in der Glorie beim ewigen Festmahl der Hochzeit des Lammes (vgl. Apg 19, 7-9)” [22]. Die Eucharistische Handlung taucht in all ihrer Stärke als Quelle und Höhepunkt der kirchlichen Existenz des Christen auf, da sie gleichzeitig sowohl die Entstehung als auch die Vollendung des neuen und definitiven Kultes, die logike latreía ausdrückt: “Ich ermahne euch, meine Brüder, euch selbst selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst (logike latreía)” (Röm 12, 1). In dieser paulinischen Vision des neuen Kultes als Opfer der eigenen Person - “Mache er aus uns ein ewiges, Dir angenehmes Opfer” [23], wird jegliche Trennung zwischen Heiligem und Weltlichem definitiv überschritten. Der christliche Kult ist keine Einfügung innerhalb einer Existenz, die in einem weltlichen Umfeld gelebt wird. Es ist auch keine reine Opferhandlung und Wiedergutmachung der Beleidigungen oder der Abstandnahme vom Blick Gottes. Der neue christliche Kult wird zum Ausdruck der gesamten erneuerten Existenz: “Ob ihr also esst oder etwas anderes tut: tut alles zur Verherrlichung Gottes” (1 Kor 10, 31). Jede freie Handlung des Christen ist damit aufgerufen, eine Handlung des Kultes zu sein. Ausgehend davon erhält die in sich eucharistische Natur der christlichen Spiritualität Form.
Da die Eucharistie, Höhepunkt der sieben Sakramente [24], in sich alles Menschliche in seiner historischen Dichte zusammenfasst, macht sie Tag um Tag die fortschreitende Verklärung des Menschen möglich, der dazu bestimmt und durch die Gnade aufgerufen ist, Abbild des Sohnes selbst zu sein (vgl. Eph 1,4-5). Man denke an die außerordentliche Wirkung der Taufe: Wir entdecken, dass die Kinder, die mit Christus in der Kirche ein Leib sind, unsere sind, weil sie die Kinder unseres Vaters im Himmel sind. Die Firmung enthüllt den Firmanden, die aufgerufen sind, Zeugnis davon abzulegen, dass Gefühle und Arbeit ihre Wahrheit durch die Gabe des Geistes des verstorbenen und auferstandenen Jesus Christus erhalten. Durch das Sakrament wird die grundlegende Erfahrung des Gefühlslebens, die Ehe, von der Kirche dem Herrn anvertraut. Er allein kann das “für immer” der Liebe verwirklichen, das jede Braut und jeder Bräutigam im Herzen hat, wenn sie oder er wirklich liebt. Ist es nicht die menschlichste und zärtlichste Beachtung der Freiheit - die oft von der Sünde verletzt wird - die die Kirche uns anbietet, wenn sie uns zur Versöhnung mit Gott und den Mitbrüdern durch das Sakrament der Buße auffordert? Wenn dann der Mensch in seinem eigenen Fleisch verletzt wird durch die unvermeidliche Prüfung der Krankheit, drückt die Krankensalbung die besondere Nähe zu Jesus aus, der selbst gelitten hat und für uns gestorben und auferstanden ist. Eine ganz besondere Nähe, wenn sie von der regelmäßigen Möglichkeit für die Kranken begleitet wird, die Kommunion und, wenn nötig, die Letzte Ölung zu empfangen. Und dies, damit wir eine sofortige Heilung erfahren und in jedem Fall nicht die Hoffnung verlieren, ihn ihm aufzuerstehen, ihn so wiederzusehen und uns erneut in unserem wahren Leib zu treffen. Einige sind nicht durch ihre Verdienste, sondern durch die Initiative des Geistes Jesu zum Dienste des Gottesvolkes berufen als geweihte Diener (Sakrament des Geweihten Lebens)
Auf diese Weise bezeugt das liturgische Leben unserer Gemeinden, wie im konnkreten Verlauf des menschlichen Lebens - Geburt, Beziehungen, Liebe, Schmerz, Tod, Leben nach dem Tod - Jesus den Menschen jeden Tag und in jeder Situation allen Menschen gegenwärtig wird (25). Im aufgezeigten Rahmen kommt erneut die Kraft der ratio sacramentalis des katholischen Geistes hervor.

II. Die Bedeutung des Eucharistischen Ritus

Aus dieser von der christlichen Eucharistie ausgehenden Sicht bekommt nicht nur der Kult, sondern auch der Ritus eine radikal neue Physionomie. Und zwar die von Christus selbst, der durch die Gabe seines Geistes die Seinen an der Präsenz des Vaters zugelassen hat für “die Ausübung des priesterlichen Dienstes” (26).
Aufgrund seiner Natur als Quelle der logike latreía wird die rituelle eucharistische Handlung objektiv auch die wichtigste und grundlegendeste aller menschlichen Handlungen. Tatsächlich dringt im eucharistischen Ritus zu einem genauen Zeitpunkt die vollkommene Bedeutung der Geschichte, also ihre Wahrheit ein. Auf diese Weise wirkt der eucharistische Ritus eine Diskontinuität in der Folge der täglichen menschlichen Gegebenheiten, aber gerade in dem von dieser Diskontinuität geöffneten Raum lernt der Mensch sich für die Wahrheit zu entscheiden, die ihm objektiv im Ritus selbst geschenkt wird. Diese Entscheidung wird im Glauben getroffen: Sie kann sich mit der geschenkten Wahrheit nur durch die vollkommene Hingabe seiner selbst verbinden. Die eucharistische Handlung ist daher Quelle und Höhepunkt des christlichen kirchlichen Daseins, gerade durch die Feier des Ritus selbst, der in seiner substantiellen Vollkommenheit angemessen den vom christlichen Volk gelebten Glauben ausdrückt.
Zeitlich und örtlich in das Gewebe des täglichen Lebens eingeflochten, aber gleichzeitig “von oben” kommend, da es ein Sakrament ist, d. h. ein wirksames Zeichen und Werkzeug der göttlichen Gnade, wird das eucharistische Ritual ein Paradigma des ganzen menschlichen Daseins (27). Der eucharistische Ritus ist kein Zufall im Hinblick auf das persönliche und soziale Dasein, noch ist es dem unvermeidlichen Sein des Menschen für die Welt fremd, sondern der Mittelpunkt des wirklichen Lebens der neuen Schöpfung (vgl. 2 Kor 5,17; Gal 6,15). Sein Dasein ist vollkommenen menschlich, dennoch geschichtlich aber zugleich aufgrund des eucharistischen Gedenkens des geschenkten Leibes und des vergossenen Blutes des auferstandenen Gekreuzigten lebt es bereits in der ewigen Vision der Auferstehung (vgl 1 Kor 15,19-22) (28). In der eucharistischen Handlung ist die irdische Liturgie eng mit der himmlischen Liturgie verbunden (29). Der Austausch der Gemeinschaft zwischen den Lebenden und den Toten, in der die Fürbitte für die Verstorbenen ein wichtiger Ausdruck ist, ist ein immerwährendes Zeugnis des Glaubens der Kirche im untrennbaren Band zwischen irdischem und ewigem Leben (30).
Diese einheitliche Sicht der eucharistischen Handlung als Herzstück des ganzen christlichen Daseins war schon immer im kirchlichen Bewusstsein gegenwärtig. Von der Einfühlung mit dem Handeln Jesu, so wie sie vom biblischen Kanon weitergegeben wird, zur traditio, die es mit ihrem unaufhörlichem Rhythmus von der Weitergabe und Empfang in Raum und Zeit weiterführt; von den verschiedenen liturgischen Formen der ersten Jahrhunderte, die noch in den liturgischen Riten der Ostkirchen sichtbar sind, bis zur vorherrschenden Festlegung des römischen Ritus; von den genauen Indikationen des Trienter Konzils und des Missale von Pius V. bis zur liturgischen Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils: Jede Etappe des Lebens der Kirche bestätigt, dass die Eucharistische Handlung, Quelle und Höhepunkt des christlichen kirchlichen Daseins dem sakramentalen Ritus entspricht, der den neuen und endgültigen Kult (logike latreía) erzeugt und ausführt.
Die Betrachtung des Ritus in seinem Ganzen erlaubt es, jede Zersplitterung und Nebeneinanderstellung von eucharistischer Handlung und den Bedürfnissen der neuen Evangelisation zu vermeiden, die von der Zeugnisverkündigung in alle Gebiete des menschlichen Daseins bis zu den notwendigen anthropologischen, kosmologischen und sozialen Verwicklungen reichen, die die Eucharistie objektiv vorbringt. Sie erlaubt zugleich der christlichen Gemeinde auch eine genaue Treue gegenüber den liturgischen Sammlungen und eine aufmerksame Anpassungsfähigkeit gegenüber der Inkulturation.

III. Die Eucharistiefeier erzeugt die Kirche

Das eucharistische Staunen der beiden Jünger von Emmaus wirft die Strahlen des Wunders der liturgischen Handlung auf die Feier der Eucharistie. Sie ist die kultische Handlung, die aufgerufen ist, auf eine festigende Weise das einzige Oster-Ereignis auszudrücken.
Im letzten Abendmahl zeigt Jesus ganz klar mit seinen Gesten und mit seinen Worten das innere Band zwischen der Ankunft des Reiches des Vaters und seine persönliche Bestimmung (vgl. Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,15-16; Joh 12,23-24). In der verwandelnden Identifikation von Brot und Wein, mit dem Leib und Blut Christi (Realpräsenz [31]), nimmt das letzte Abendmahl sakramental Teil am Opfer des neuen Osterfestes, das der Vater erfüllt mittels der Form, im Sohn und mit dem Wirken des Heiligen Geistes, das die erlösende Rettung bezeichnet: Dann nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sagte: “Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird”. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: “Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis”“ (Lk 22,19-20). Niemanden entgeht die Schwierigkeit, die mit der sakramentalen Sprache in der Schrift und in der Tradition der Kirche [32] verbunden ist, gegenüber der heutigen Kultur [33]. Dennoch, wenn man die ganze Prägnanz des bedingungslosen Geschenkes respektieren will , das Jesus Christus selbst macht, erscheint heute die Wiederentdeckung des Verständnisses des eucharistischen Opfers dringend. Jesus Christus ruft die Seinen zu jener Form des integralen Kultes (logike latreía), das Opfer seines Lebens, in dem der Christ nach und nach über die volle, bewusste und aktive Teilnahme an der Eucharistiefeier geformt wird [34].
Die Aufforderung, Seinen Leib zu essen und Sein Blut zu trinken (Kommunion) liegt begründet im sicheren Weg der Erlösung (vgl. Joh 6,47-58) [35]. Deswegen erfährt in Erinnerung, auch in Kontinuität mit dem jüdischen Paschafest (vgl. Dtn 16,1ff), die konkrete körperliche Aufnahme der eucharistischen Gestalten, den Schutz vor jeder intellektuellen Reduzierung des Glaubens. Die Frucht dieser Handlung ist die sakramentale Kommunion mit Christus (vgl. 1 Kor 10,16), die durch die Liebe, mit der der Geist das Fleisch des Auferstandenen verherrlicht, möglich wird. Derselbe Geist, der Christus zu einem vollkommenen Geschenk gemacht hat, treibt von sich aus die Seinen an, im Gehorsam den Glauben aufzunehmen, er sorgt dafür, in ihm zu bleiben und so das Leben zu bekommen wie Jesus es von seinem Vater bekommen hat (vgl. Joh 14,26;16,12).
Dieses Sakrament ist gegeben für die Gemeinschaft der Menschen mit Christus. Für Paulus ist die koinonia die Frucht der Eucharistie, durch die die Christen eins werden in Christus, sie werden ein Leib und nehmen teil an dem einen Geist (vgl. 1 Kor 10,16-17) (36). Sie stiften das neue Volk Gottes, das geführt von den Nachfolgern der Apostel cum et sub dem Nachfolger Petri mit der sicheren Hoffnung durch die Geschichte gehen, dass der Auferstandene Jesus die Sicherheit ihrer persönlichen Auferstehung begründet hat (vgl. 1 Kor 15,17-20)
Außerhalb dieser eucharistischen und sakramentalen Kommunion der Kirche ist nichts vollkommen begründet [37]: Die Eucharistie erzeugt die Kirche. Das neue Gottesvolk (der kirchliche Leib) beginnt den eucharistischen Leib Christi darzustellen, der von der sakramentalen Präsenz des Leibes Jesu kommt, geboren von der Heiligsten Jungfrau Maria [38]. Der kirchliche Leib kommt so zu seiner wirklichen Form als Leib Christi, gegenwärtig in der Zeit und in der Geschichte durch das Band, das ihn untrennbar verbindet mit dem eucharistischen Leib Christi [39]. Gerade in der rituellen Feier der Eucharistie verwirklicht die Kirche die Form ihrer Identität durch die Liebe Gottes für das versammelte Volk.

1. Eine erste Bekräftigung: der Bischof, der Liturg par excellence

Dies wird noch klarer, wenn man in die ehrwürdige Tradition schaut, die immer wieder den Bischof als Liturgen und als Verwalter der Sakramente schlechthin anerkannt hat [40]. Der Bischof sitzt nicht der Eucharistie vor, was allein juristisch begründet ist, weil er das Oberhaupt der Ortskirche ist; aus Treue gegenüber dem Befehl des Herrn hat er das Gedächtnis seines Osterfestes Petrus und den Aposteln übergeben. Er hat sie zu Verkündern seines Glaubens gemacht und sie zu den ersten Verantwortlichen für die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt gemacht. Aus diesem Grund „ist der Diözesanbischof der Führer, der Förderer und Behüter des ganzen liturgischen Lebens. Die Feiern, die unter seinem Vorsitz stattfinden, vor allem die Feier der Eucharistie, die er mit der Teilnahme des Presbyteriums, der Diakone und des Volkes feiert, äußert sich das Geheimnis der Kirche“ [41]. Dies ist auf besondere Weise offenkundig in der geordneten Konzelebration der Eucharistie, „die auf geeignete Weise die Einheit des Priestertums ausdrückt“ [42]. Die Gemeinschaft mit dem Bischof ist die Bedingung, die die Feier der Eucharistie im Wohlwollen des Volkes Gottes legitimiert.
Noch einmal kommt die Fruchtbarkeit der ratio sacramentalis der Offenbarung ans Licht. Das kirchliche Subjekt (personal und gemeinschaftlich) nimmt nicht vollständig teil an der Erlösung, wenn es nicht die sakramentale Weise aufnimmt, die die Form bildet, die Jesus gewählt hat, um im menschlichen Leben zu verbleiben.

2. Eine zweite Bekräftigung: die Natur des christlichen Tempels

Eine zweite Bekräftigung wie auf konkrete Weise die Feier der Eucharistie die Kirche macht, ist die radikale Verschiedenheit zwischen dem christlichen und dem heidnischen Tempel oder auch dem jüdischen Tempel. Während der heidnische und der jüdische Tempel gekennzeichnet waren durch die Präsenz der Gottheit, aufgrund der sie als heilig und heiligend betrachtet wurden, besteht der „Ort“ des christlichen Kultes in gewissem Sinne aus der Handlung der Feier des Mysteriums. Die Vokabel ecclesia bezeichnet die Christen, die zusammen kommen. Erst später ist man dazu übergegangen, mit diesem Wort auch den Ort selbst zu bezeichnen, an dem sich während dieser Vereinigung die Gegenwart Gottes verwirklicht.
Im heidnischen und in einem gewissen Sinne auch im jüdischen Tempel ist das Treffen der Gläubigen eher zufällig, aber im Falle des christlichen Kultes bildet es den Tempel selbst. Die einzelnen Gläubigen sind Steine des lebendigen Tempels (vgl. 1 Petr 2,5). Der Geist ist der Zement, der sie vereint (vgl. Eph 2,22).
Dies erklärt die Sorge, mit der die Kirche immer wieder Anweisungen für die sakrale Architektur und Kunst gibt [43]. Die Tempel sollen für die liturgische Versammlung in actu celebrationes entworfen werden, als ‘Erscheinung’der communio hierarchica, die die Kirche ist.

3. Eine dritte Bekräftigung: die “Interkommunion”?

Ein sehr heikles pastorales Problem ist mit dem ökumenischen Bereich verbunden; er erlaubt eine weitere Überprüfung der Tatsache, dass im Ganzen des Untrennbaren der Zusammenhang zwischen Eucharistie und Kirche besteht, die Kausalität der Eucharistie über die Kirche (die Eucharistie erzeugt die Kirche) ist wesentlich und eigentlich von der Kirche über die Eucharistie anerkannt (die Kirche erzeugt die Eucharistie) [44]. Diese Gegebenheit führt zur Betonung des entscheidenden Gewichtes der Eucharistie in der ökumenischen Praxis.
Es sind nunmehr die zahlreichen Entwicklungen in dieser Sache bekannt [45] Diese sind gleichzeitig Resultat und Grund der Ökumenischen Arbeit des 20. Jahrhunderts. Vor allem muss die substantielle Einheit des Glaubens zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen bezüglich des Themas der Eucharistie und des Priestertums [46] unterstrichen werden, eine Einheit, die durch eine größere gemeinsame Vertiefung der Eucharistischen Feier und der Heiligen Liturgie bestimmt ist zu wachsen. Man muss darüberhinaus positiv das neue Klima hinsichtlich der Eucharistie in den kirchlichen Gemeinschaften, die nach der Reform entstanden sind, begrüßen. Gemäß verschiedener Grade und mit mancher Ausnahme unterstreichen auch diese Gemeinschaften immer mehr die Bedeutsamkeit der Eucharistie als Schlüsselelement im Dialog und in der ökumenischen Praxis.
Auf der Grundlage dieser und anderer Angaben kann man verstehen, dass auch nach der Formulierung des hier angesprochenen Lehramts auch weiter folgende Frage aufgeworfen wird: kann die “Interkommunion” der Gläubigen, die verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften angehören, ein angemessenes Instrument sein, um den Weg in Richtung auf die Einheit der Christenheit zu begünstigen?
Die Antwort hängt ab von einer aufmerksamen Berücksichtigung der Art der eucharistischen Aktion in aller Ganzheit des mysterium fidei[49]. Die eucharistische Feier ist gemäß ihrer Natur in der Tat das Bekenntnis des ganzheitlichen Glaubens der Kirche.
Indem das Opfer von Golgatha in das Letzte Abendmahl eingefasst wird, verwirklicht der Herr die Verbindung Seiner Person mit Seinen Jüngern und macht sie allen Gläubigen aller Zeiten und an allen Orten zugänglich. Die Teilnahme an dieser Verbindung übertrifft die Kapazität menschlicher Liebe und ihrer auch edlen Beweggründe. Durch Anhörung des Wortes, das vollständig realisiert wird in der Annahme der Darbietung des Leibes und des Blutes Jesu Christi, drückt die eucharistische Handlung die Vollständigkeit des Glaubens und der sichtbaren Einheit der Gläubigen aus, zu deren Dienst Jesus die Apostel als Priester und Hirten sendet.
Nur insoweit die Eucharistie das volle Apostolische Glaubensbekenntnis in diesem Geheimnis verwirklicht, macht sie die Kirche. Wenn es die Eucharistie ist, die die wahre Einheit der Kirche garantiert, würde eine Feier oder eine Teilnahme an der Eucharistie, die nicht den Respekt aller Faktoren umgreift, die zu ihrer Vollständigkeit zusammenwirken - jenseits jeder guten Absicht - letztendlich die kirchliche Einheit in ihrem Ursprung noch weiter trennen. Die Interkommunion erscheint deswegen nicht als ein angemessenes Mittel, die Einheit der Christenheit zu erreichen [50].
Diese Behauptung über die Interkommunion schließt nicht aus, daß man bei besondereren Gelegenheiten unter Respektierung der objektiven Voraussetzungen [51] einzelne Personen, die anderen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften angehören und nicht in voller Kommunion mit der katholischen Kirche sind, an der Eucharistischen Kommunion (panis viatorum) zulassen kann. In diesem Fall spricht man mit notwendiger Strenge, von Eucharistischer Gastfreundschaft. Es handelt sich dabei um pastoralen Eifer (historisch-erlösend) der Kirche, die dem besonderen Bedürfnis eines getauften Gläubigen [52] in einem besonderen Umstand entgegen kommt. In diesem Fall lässt die Kirche einen nicht-katholischen Gläubigen zur Eucharistischen Kommunion zu, wenn dieser spontan darum bittet, seine Zustimmung zum katholischen Glauben und dem Eucharistischen Sakrament zeigt und spirituell bereit ist. Die Problematik bezüglich der nicht geeigneten Kategorien der “Interkommunion” und die Praxis der Eucharistischen Gastfreundschaft fordern dringend eine neue Überlegung, angefangen vom dem ihnen inne liegenden Zusammenhang zwischen Eucharistie und Kirche, über die Beziehung zwischen der Eucharistischen und der Kirchlichen Kommunion. In diesem Sinne wäre es behilflich, dass die Synodalversammlung auf dieses Thema zurück kommt.
Bei der Antwort der nicht mehr aufschiebbaren Dringlichkeit des ökumenischen Weges darf man jedoch den rechten Weg nicht vernachlässigen. Die Unmöglichkeit eines Teils der Christen verschiedener Kirchen und Gemeinschaften, an der Eucharistischen Konzelebration und an der Eucharistischen Kommunion teilzunehmen, sowie die Ausnahme der Eucharistischen Gastfreundschaft dürfen nicht nur Ursache von Leid sein. Sie müssen um so mehr einen permanenten Stachel darstellen für die ständige und gemeinsame Vertiefung des mysterium fidei, das von allen Christen Einheit und ein umfassendes Glaubensbekenntnis fordert.

ZWEITES KAPITEL ***
Die Eucharistische Handlung

Nachdem einige Elemente methodologischem Charakters vorgeschlagen worden sind, um das novum des Kultes und des christlichen Ritus erklären zu können, ist es nun angebracht, die Eucharistische Handlung selbst aus der Nähe zu betrachten. Vor allem werden die wichtigsten Unterscheidungselemente der Eucharistischen Feier unter die Lupe genommen. In einem zweiten Teil werden einige Überlegungen über die ars celebrandi und die actuosa participatio gemacht.

I. Unterscheidungselemente der Eucharistiefeiereier

Ein kurzer Blick auf die Unterscheidungselemente der Eucharistischen Feier enthüllt die harmonische und gegliederte Kraft der Einheit des Eucharistischen Ritus. An dieser Stelle will man nicht umfassend die verschiedenen Momente der Eucharistischen Feier überdenken, sondern sich darauf beschränken, nur den essenziellen Kernpunkt zu identifizieren: die untrennbare Einheit von Wortgottesdienst und der Eucharistiefeier. Ausgehend von allem, was bisher gesagt worden ist, werden wir sie in ihrer essentiellen Natur als Geschenk betrachten. Folglich muss man hervorheben, dass die Gläubigen angesichts der gespendeten Gegenwart Jesu in der Eucharistie zur Anbetung aufgerufen sind, und dass sie vor einem so großen Geheimnis ihre Sünden bekennen und um Vergebung bitten müssen. Man wird auch nicht versäumen, die Aufgabe (ite missa est) zu erwähnen, die aufgrund seiner Natur ein solches Geschenk erzeugt.

1. Die untrennbare Einheit des Wortgottesdienstes und der Eucharistiefeier
In der geschichtlichen Entwicklung, die vom letzten Abendmahl Jesu Christi bis zur Eucharistie reicht und von der die Kirche noch heute lebt, ist der Form gebende und dauerhafte Kern der rituellen Handlung durch die enge Einheit zwischen Wortgottesdienst und Eucharistiefeier gegeben. [53]
In dieser Einheit von “Eulogie” und “Eucharistie” wird dem Glauben der Jünger Christi das Ostergeheimnis mittels Anhörung und Erklärung der Heiligen Schrift (Homilie [54]) gegeben, die untrennbar ist von der Darstellung des Opfers (Eucharistisches Hochgebet), das in der Kommunion mit Brot und Wein, die in den Leib und das Blut Christi verwandelt sind, gipfelt [55]. Das sieht man anhand des Strukturvergleichs der Einsetzungsberichte, das kann man verstehen anhand der Emmauserzählung, man erhält Bestätigung davon bei der Beschreibung des gemeinschaftlichen Lebens der ersten Christen, welche Apostelgeschichte 2, 42 uns gibt. Gleichermaßen legt ohne Unterbrechung die gesamte Geschichte der eucharistischen Feier bis hin zu jener des gegenwärtigen Messbuches davon Zeugnis ab.
Aus dieser untrennbaren Einheit tauchen einige Grundelemente auf, die die einzigartige Eucharistie von Jesus Christus bilden, der den Glauben der Christen verwirklicht.
Vor allem die Tatsache, dass der Protagonist der liturgischen Handlung Jesus Christus ist. Er, der seine Person und seine Geschichte in den Osterereignissen konzentriert, offenbart sich gleichzeitig als Priester, Opfer und Altar.
Als Priester wird Jesus Christus durch die Kraft des Geistes der Pontifex zwischen Gottvater und dem Volk (vgl. Hebr 5, 5-10) [56]. Wie die Einsetzungsberichte bezeugen, interpretiert er selbst seine priesterliche Sendung im biblischen Lobpreis und in der Hingabe als Opfer. Aber Jesus ist gleichzeitig Sühnopfer (vgl. Joh 2,2;4,10) und in diesem Sinne beinhaltet sein Priestertum die totale Hingabe seiner selbst, das sich in den Gaben von Brot und Wein darstellt, die in seinen hingegebenen Leib und sein vergossenes Blut verwandelt worden sind (Opfergabe [57]), an denen das Volk physisch teilhat (Abendmahl) [58]). Dieser Priester, der auch Opfer ist, vollzieht sein Opfer am Kreuz [59]. Ans Kreuz genagelt, holt er den Himmel auf die Erde und versöhnt (Erlösung) den Menschen mit Gott (vgl. Eph 2, 14-16; Kol 1, 19-20). Das Kreuz, errichtet auf dem Berg Golgatha, drückt den gesamten Kosmos aus und Christus, Priester und Opfer, wird ganz eins mit dem Kreuz, an das er genagelt ist. Er wird so auch kosmischer Altar.
Das Wissen darum sollte das fortschreitende Schwächerwerden des Sinns für das Geheimnis verhindern, dem heute nicht wenige christliche Gemeinschaften ausgesetzt sind - vor allem hinsichtlich der eucharistischen Feier. Um nicht in eine sicherlich nicht-christliche “sakrale” Sicht zu verfallen, riskiert man sozusagen, aus der Liturgie einen bloßen Ausdruck der “horizontalen” Dimension der Gemeinschaft zu machen, wobei man die “vertikale” vergisst.
Jesus Christus, einzigartiger und unwiederholbarer Protagonist des eucharistischen Ritus, beruft im Geiste die Versammlung der Christen, die aufgerufen ist, auf gegliederte und geordnete Weise des Glaubens teilhaftig zu werden (Credo), zu den heiligen Geheimnissen, die für ihn gefeiert werden (Messen pro populo). In der Stille, im Dialog, im Gesang, in den körperlichen Gesten entwickelt sich die eucharistische Handlung, durch welche der Versammlung der Gläubigen das Heil zuteil wird.[60]. In Bezug auf das bisher Gesagte bemerkt man das Bedürfnis einer Vertiefung der liturgischen Bildung, die an das gesamte Volk Gottes gerichtet ist - unsere Katechese sollte die ursprüngliche mystagogische Dimension der ersten Jahrhunderte wieder herstellen - und insbesondere an alle, die berufen sind, Aufträge und Ämter während der Feier auszuführen (Priester, Diakone, Vorleser, Empfangende, Ministranten, Schola Cantorum).
Was die Gliederung der Aufgaben der Feier angeht, die sich im Inneren des christlichen Gottesdienstraumes ereignet, der auf den Altar ausgerichtet ist und dem der Ambo und der Priestersitz zugeordnet sind, übt der Priester sein besonderes Amt mit der besonderen Assistenz des Diakons aus. Im entscheidenden Augenblick der Feier agiert er in persona Christi capitis [61] und stellt, nach Maßgabe des Weihesakraments, welches nicht zufällig von Christus selbst innerhalb der Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl eingefasst wurde, das sicher, was die gemeiname Tradition des Ostens und des Westens die economia sacramentale [62] nennt. Diese ist ein Werk des Heiligen Geistes, der während der Eucharistie angerufen wird durch die Epiklese, damit er die substantielle Verwandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut Christi vollziehe und damit die eucharistische res, die die Einheit der Kirche[64] ist, bewirke.
Man versteht also, wie die untrennbare Einheit von Wortgottesdienst und Eucharistiefeier in der sakramentalen Kommunion [65] mündet, zu der die Gläubigen mit bedeutsamem Realismus, der den leiblichen Ausdruck in einer Prozession findet, zugelassen werden. Durch die Aufnahme der geheiligten Gaben nähern sich die Gläubigen in Wirklichkeit, wie es die Kirche immer praktiziert hat, an Christus an, an Ihn, verkörpert für ihr Heil [66] und für das Heil der Welt [67]. Raum und Zeit als nicht unterdrückbare Koordinaten des menschlichen Lebens werden im Hinblick auf dieses Heilswirken von der eucharistischen Wandlung aufgenommen und umgewandelt. Wenn die Gestalt des Kirchenraumes diese Verwandlung des Raumes ausdrückt, so drücken auch die Schönheit und die Gliederung des liturgischen Jahres, beginnend beim österlichen Triduum bis zum dies Domini und den liturgischen Zeiten, auf eucharistische Weise die Erlösung von der Zeit aus: Diese ist nicht mehr nur eine Folge von Augenblicken, bestimmt zum Vergehen, sondern wird zum Sakrament der Ewigkeit.

A. Die eucharistische Gabe: weder Recht noch Besitz

Der Charakter der eucharistischen Wandlung als eine wahre Gabe, die die Übertragung der Freiheit des Deus Trinitas in Jesus Christus auf die Freiheit der Menschen impliziert, fordert, dass seine Unentgeltlichkeit niemals missverstanden wird. Ihr Mangel verleiht dem Gläubigen und dem Gottesvolk keinerlei Recht auf die Eucharistie, auch wenn dies großes Leiden hervorruft.
Aus dem selben Grund kann das Geschenk der Eucharistie niemals götzenhaft vom Menschen “besessen” werden und verträgt keine quasi gnostische Haltung mit Herrschaftsanspruch. Auch kann die eucharistische Anbetung sich nicht in einen Blick auflösen, der die latens deitas zu verstehen begehrt, auch wenn sich Jesus Christus im Akt größter Erniedrigung an die Präsenz in Brot und Wein bindet.

A1. Sonntägliche Feiern in Gemeinden, die auf einen Priester warten

Dem Problem des Priestermangels muß im Horizont der Gabe der Eucharistie mit Mut entgegengetreten werden. Dieser Stand der Dinge hat zu beachtlicher Steigerung von “sonntäglichen Feiern von Gemeinden, die auf einen Priester warten” (Wortgottesdienst mit oder ohne Verteilung der Kommunion, Feier der Stundengebete oder Andachten) geführt [68] Bei dieser Gelegenheit ist die Zugehörigkeit jeder Gemeinde, vor allem der Pfarrgemeinden, zu einer Diözese zu unterstreichen [69]. Die Eucharistie hat in den Teilkirchen nie gefehlt. Aus diesem Grund ist es gängige pastorale Praxis, zur Teilnahme an der Eucharistie in einer der Gemeinden der Diözese zu ermutigen, auch wenn dies ein gewisses Opfer erfordert.
Zweitens ist es nützlich, den Gläubigen den im Hinblick auf die Eucharistie propädeutischen Charakter jeder sonntäglichen Feier in Gemeinden, die auf einen Priester warten, hervorzuheben. Dort, wo eine bestimmte Beweglichkeit nicht leicht wäre, sieht man den Nutzen dieser Versammlungen gerade in deren Fähigkeit zur Betonung des brennenden Verlangens des Volkes nach der Eucharistie. Die Opfer bis hin zum Heroismus, die von vielen verfolgten Christen vollbracht werden, um die Eucharistie leben zu können, zeigen, wie ihr Mangel niemals von anderen auch bedeutsamen Riten ausgeglichen werden kann. Wir wollen in diesem Zusammenhang der außergewöhnlichen eucharistischen Erfahrung des betrauerten Kardinals Van Thuan während seiner Inhaftierung Hochachtung erweisen.

A2. Viri probati?

Um dem Priestermangel zu begegnen, treiben einige, die von dem Prinzip salus animarum suprema lex geleitet werden, die Frage der Weihe verheirateter Gläubiger mit gelebten Glauben und Tugend, so genannte viri probati, voran. Die Frage ist oft von der positiven Anerkennung der Güte der weltlichen Disziplin des priesterlichen Zölibats begleitet. Jene behaupten jedoch, dass dieses Gesetz nicht verhindern sollte, die Kirche mit einer bestimmten Anzahl geweihter Diener Gottes zu versehen, falls der Mangel an Kandidaten für das zölibatäre Priestertum extreme Ausmaße annehmen sollte. Es ist überflüssig, an dieser Stelle die tiefgehenden theologischen Gründe, die die lateinische Kirche dazu veranlassten, die Verleihung des Priestertums an das Charisma des Zölibats zu binden, zu vertiefen. Es stellt sich vor allem die Frage: Sind diese Wahl und diese Praxis auch in extremen Fällen, wie dem erwähnten, pastoral gültig?
Es scheint vernünftig, darauf positiv zu antworten. Das geweihte Priestertum, das bis ins Innerste mit der Eucharistie verbunden ist, nimmt an ihrem Wesen als Gabe teil und kann somit nicht Gegenstand eines Rechtes sein. Wenn das Amtspriestertum ein Geschenk ist, so fordert es ununterbrochene Nachfrage (vgl. Mt 9, 37-38). Es wird sehr schwierig werden, die ideale Anzahl von Geistlichen in der Kirche festzusetzen, da diese keine “Firma” ist, die man mit einer bestimmten Anzahl “Führungskräften” ausstatten könnte!
Auf praktischer Ebene zwingt die unaufschiebbare Dringlichkeit der salus animarum, die Verantwortung, die jede Teilkirche in Bezug auf die Weltkirche und deshalb auch für alle anderen Teilkirchen hat, vor allem an dieser Stelle stark zu betonen. Deshalb werden die Vorschläge, die in dieser Synodenversammlung gemacht werden, von großem Nutzen sein, um die Kriterien für eine angemessenere Verteilung des Klerus in der Welt zu bestimmen. Der Weg, der diesbezüglich zurückzulegen ist, scheint noch lang.
Es lohnt vielleicht auch, daran zu erinnern, dass die Vorsehung im Laufe der Geschichte den prophetischen und erzieherischen Wert des Zölibats auch unter der Forderung einer besonderen Zugänglichkeit des priesterlichen Dienstes für das geweihte Leben unter Beachtung ihres Charismas und ihrer Geschichte vertreten hat. Hier kann man auf die Praxis der Ordination von Mönchen in den Ostkirchen oder innerhalb der benediktinischen Tradition verweisen [70].

2. Die Anbetung

Die Eucharistie als echte Gabe, erlaubt es, eben ausgehend von einer aufmerksamen Betrachtung des Messritus in seinem Wesen als liturgische Handlung, eine unangemessene Gegenhaltung zu überwinden, die sich manchmal vom Zeitalter der Moderne ausgehend, zwischen der Eucharistie als Mahl, das verzehrt werden muss (Gastmahl) und der göttlichen anzubetenden Präsenz bildet,.
Wenn es stimmt, dass die eucharistische Anbetung im ersten Jahrtrausend sich nicht in den heute bekannten Formen ausdrückte, muss man dennoch behaupten, dass jene von Beginn an im Bewußtsein des Gottesvolkes gegenwärtig war. Das zweite Jahrtausend hat deren Wert tiefergehend erklärt, nicht ohne Nutzen zu ziehen aus der im Mittelalter stattfindenden Kontroverse über die Realpräsenz und aus jener während der Reformation über das Verbleiben Christi in den eucharistischen Gaben.
Während des letzten Abendmahls ist das Bewusstsein der Tischgenossen von der konkreten Gegenwart Christi, der sich mit dem konsekrierten Brot und Wein (vgl. Mk 14,22-24; Mt 26,26-28; 1Kor 11,24-25; Lk 22,19-20) identifiziert und Anbetung fordert, überwältigend. Es ist also nicht zu leugnen, dass die Praxis der eucharistischen Anbetung, so wie sie heute in der lateinischen Kirche durchgeführt wird, eine Angelegenheit, die dem Wesenskern des Glaubens an das eucharistische Mysterium zugehörig ist, offensichtlicher gemacht hat [71].
Man kann zwischen dem Essen und der Anbetung keine Alternative setzen, dies würde bedeuten, die Ganzheit der ausgesprochenen Einheit des eucharistischen Mysteriums nicht in Betracht zu ziehen [72]. Das eucharistische Mahl ist nicht einzig eine Mahlzeit in Gemeinschaft sondern ein Geschenk, in dem Christus sich selbst gibt. Durch die mit dem Essen seines Körpers verbundene Teilnahme an diesem Geschenk, ist bereits ein Sich- Niederwerfen in Glaube und Anbetung verbunden [73]. Deshalb sind die Anbetung des Allerheiligsten, die Feier, aus der es entsteht und in die es mündet ein Einziges [74]: ”In der Eucharistie muss die Anbetung zur Union werden”[75] Dieses vollständige Bewußtsein des Gewichts der Anbetung muss sich bis hin zur künstlerisch-architektonischen Wichtigkeit der Aufbewahrung des Allerheiligsten in unseren Kirchen ausdrücken [76].
Man muss jedoch mit Entschiedenheit bekräftigen, dass sowohl das Essen als auch die eucharistische Anbetung immer ein kirchlicher Vollzug sind [77]. Sie können also nicht als eine Praxis individualistischer Frömmigkeit verstanden werden. Christus während der Konsekration und der Kommunion anzubeten und Ihn präsent im Tabernakel anzubeten, bedeutet, sich als Mitglied seines kirchlichen Körpers anzuerkennen und sich so zu verhalten. Somit erschöpft sich die eucharistische Zusammenkunft nicht im Akt des Essens, sondern ist eine andauernde Zusammenkunft, so wie Kraft der eucharistischen Gegenwart das andauernde Kommen des Herrn in seine Kirche ist [78].
Im Licht der kirchlichen Natur der Anbetung versteht man besser, warum die christliche Frömmigkeit die eucharistische Anbetung mit der “Wiedergutmachung” der Sünden der Welt vereinigt hat: vor dem Herrn sind wir als Glieder Seines Körpers füreinander verantwortlich [79].

3. Haltung in Beichte und Buße

Das in der Feier der Eucharistie empfangene Geschenk des Leibes und des Blutes des Herrn, ist der gipfelnde Ausdruck derer, die sich als Jünger bekennen und sich in die Gemeinschaft mit Ihm einführen lassen.
Der radikale Unterschied zwischen Ihm, der sich schenkt und dem, der das Geschenk empfängt, gut belegt in dem Missverhältnis zwischen dem unermesslichen Reichtum des österlichen Geschehens und der extremen Armut des Brotes und des Weines, eröffnet dem Gläubigen das Bewußtsein für das mysterium tremendum der Eucharistie. Man kann sich Ihr nicht annähern, ohne die eigene Unwürdigkeit wahrzunehmen und ohne sich durch die Anrufung zur Vergebung der Sünden darauf vorzubereiten [80].
So tritt nicht nur die Bedeutung des Aktes der Buße in den Einführungsriten, die in bestimmten Fällen durch das Besprengen mit Weihwasser, das auf die Taufe hinweist, feierlich gemacht werden, sondern vor allem das innerliche Verhältnis zwischen Eucharistie und dem Sakrament der Versöhnung hervor [81]. Wenn die Gläubigen, die durch die Taufe in Christus aufgenommen wurden, eine Todsünde verüben, trennen sie sich von der Gemeinschaft mit Ihm und mit Seiner Kirche, die ihren vollständigen Ausdruck in der sakramentalen Kommunion findet [82]. Dennoch verläßt sie der barmherzige Vater nicht, sondern mittels der von Jesus selbst [83] gewollten Medizin, lädt er sie zum freien, persönlichen und demütigen Schuldbekenntnis ein, um sie mit einer kräftigeren Umarmung wieder aufzunehmen - durch die Reue, das Bekenntnis der Sünden, die Lossprechung seitens des Priesters, der auch hier in persona Christi capitis agiert, und der Buße [84]- in der Gemeinschaft mit Ihm, der sich auf alle Brüder ausweitet. Aus diesem Grund kann eine angemessene eucharistische Katechese niemals von dem Vorschlag eines Weges der Buße getrennt werden (vgl. 1 Kor 11, 27-29) [85].
In der Einstellung zur Beichte hat auch das eucharistische Fasten seine Wurzeln, dem in dieser Versammlung einige Überlegungen zu widmen nützlich wäre.

A Die geschiedenen Wiederverheirateten und die Kommunion

In dieser Hinsicht verdient der besondere Umstand, in dem die wiederverheirateten Geschiedenen berufen sind, die kirchliche Gemeinschaft zu leben, außergewöhnliche Aufmerksamkeit.
Niemandem verbirgt sich die weitverbreitete Tendenz, fern der kirchlichen Lehre, die Kommunion den wiederverheirateten Geschiedenen zu gewähren.
Man muss feststellen, dass der Grund dieser Tendenz nicht nur Oberflächlichkeit ist. Über die zu beachtenden unterschiedlichen Situationen auf den verschiedenen Kontinenten hinaus, muss man anerkennen, dass - vor allem in Ländern mit langer christlicher Tradition - sich nicht wenige Getaufte aufgrund einer automatischen Zustimmung zur Tradition, in der Gemeinschaft der sakramentalen Ehe vereint haben. Viele von diesen lassen sich scheiden und heiraten erneut. Einige, die ein christliches Leben praktizieren, äußern starkes Unbehagen und manchmal bemerkenswerten Schmerz angesichts der Tatsache, dass die Vereinigung, die einer Hochzeit folgt, ihnen die volle Teilnahme an der sakramentalen Wiederversöhnung und der Kommunion verwehrt. Wertvolle doktrinale und pastorale Anweisungen wurden von Familiaris consortio und von anderen Dokumenten gegeben [86]. Es ist notwendig, dass die gesamte christliche Gemeinschaft die geschiedenen Wiederverheirateten in dem Bewusstsein, dass sie nicht von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen sind, auffängt. Ihre Teilnahme an der Feier der Eucharistie erlaubt in jedem Fall jene geistliche Kommunion, die wenn sie entsprechend gelebt wird, ein Echo auf das Opfer Jesu Christi selbst gibt.
Andererseits ist die Kirchenlehre nicht nur darauf ausgerichtet, das Umsichgreifen einer Mentalität zu verhindern, die gegen die Unlösbarkeit der Ehe und den Skandal des Volkes Gottes ist. Sie stellt uns hingegen der Anerkennung der objektiven Verbindung, die das Sakrament der Eucharistie mit dem gesamten Leben des Christen und im Besonderen mit dem Sakrament der Ehe eint, gegenüber [87].
Tatsächlich entspringt die Einheit der Kirche, die immer Geschenk ihres Bräutigams ist, beständig aus der Eucharistie (vgl. 1 Kor 10, 17). Deshalb ist in der christlichen Ehe kraft der sakramentalen Gabe des Heiligen Geistes das eheliche Band mit seinen Eigenschaften Öffentlichkeit, Treue, Unlösbarkeit und Fruchtbarkeit, innerlich mit der Einheit zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut, der Kirche, verbunden. (vgl. Eph 5,31-32) [88]. Auf gleiche Weise hat das gegenseitige Versprechen, das Ehemann und Ehefrau sich in Christus, der sie in Gemeinschaft des Lebens und der ehelichen Liebe anerkennt, geben, eine sozusagen eucharistische Ausprägung.
In der gegenwärtigen Versammlung sind trotzdem weiterhin die komplexen und sehr differenzierten Fälle, die objektiven Umstände zur Überprüfung der vermutlichen Nichtigkeit einer vorschriftsmäßigen Ehe zu vertiefen und zu beachten. Eine Überprüfung, die um das öffentliche, kirchliche und soziale Wesens eines ehelichen Einvernehmens zu respektieren, nur einen öffentlichen, kirchlichen und sozialen Charakter haben kann [89]. Folglich muss die Anerkennung der Nichtigkeit einer Ehe eine objektive Instanz einschließen, die sich nicht auf das Gewissen der Eheleute reduzieren darf, nicht einmal wenn diese von Ratschlägen eines erleuchteten geistlichen Begleiters unterstützt werden.
Genau deshalb ist es trotzdem unerläßlich, das Neubedenken der Natur und der Handlungen der kirchlichen Tribunale weiterzuführen, damit sie immer stärker Ausdruck des normalen pastoralen Lebens der Ortskirche werden [90]. Über die ständige Kontrolle der Zeiten und der Aufwände hinaus, kann über juristisch vereinfachte Gebilde und Verfahren, die wirkungsvollerweise der pastoralen Obhut unterliegen, nachgedacht werden. Auch die bedeutenden Erfahrungen in Bezug auf verschiedene Diözesen fehlen nicht. Die Synodenväter dieser Versammlung werden die Gelegenheit haben, diese auch über weitere zu berichten.
Entscheidend bleibt in jedem Fall die normale pastorale Tätigkeit der zurück liegenden, kommenden und unmittelbaren Vorbereitung der Verlobten auf die christliche Ehe, sowie auch die tägliche Begleitung im Leben der Familien innerhalb des großen kirchlichen Hauses. Abschließend haben die Sorge und Höherbewertung der vielen Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, die geschiedenen Wiederverheirateten in einem Leben in der christlichen Gemeinschaft zu begleiten, mit Ergebenheit in das Opfer, das objektiv von ihnen gefordert wird.

4. Ite missa est

Die Eucharistie ist die Speise des Lebens für die Gläubigen auf ihrem Glaubensweg im christlichen Leben. Man trifft auf eine Wahrheit, im Besonderen in der liturgischen Tradition der orthodoxen Kirche, in der man nicht aufgehört hat, diese vorzuschlagen [91]. Der Akt des Lobes und der Ehre, der immer wieder in der Liturgie erneuert wird, erinnert an das Paschamahl Christi und reichert die Gläubigen in einzigartiger Weise an. Dies zeigt sich nicht nur in der Danksagung nach der Kommunion, die nach der kirchlichen Empfehlung in Stille vollzogen wird oder von einem meditativen Gesang begleitet wird, sondern es drückt sich gänzlich aus im Gegebenen dieser Kommunion mit allen Menschen. Dieses Ergebnis der teilnehmenden Eucharistie hat nicht nur den Charakter von einem “müssen”, sondern von einem freigebigen Zeugnis der progressiven Verwandlung der eigenen Existenz, herausgenommen aus der Möglichkeit des sakramentalen Geschenkes, inbegriffen die menschliche Freiheit, gegeben an alle [92].
Dieses Zeugnis entpricht also dieser “logike latreía”,durch die die Gemeinschaft mit Christus alle Beziehungen und Gegebenheiten betrifft , die sich in den Bereichen des menschlichen Lebens ereignen. Im vergangenen und gegenwärtigen Leben der Kirche ist der Martyrer eine bespielhafte Figur eines solchen Zeugnisses, wie Christus selbst macht er aus dem eucharistischen Auftrag seines eigenen Lebens eine dem Vater gern gesehene Gabe.
Auf diese Weise und mit Selbstverständlichkeit durchdringt die Eucharistie das persönliche, gemeinschaftliche und soziale Leben und verändert es. Darin besteht hauptsächlich die evangelisierende Mission der Kirche [93].

II. Ars celebrandi und actuosa participatio

Aus dieser zentralen Vision der Eucharistie als eine kirchliche Handlung, die sich in der Einheit des eucharistischen Ritus ausdrückt - dessen Kern die Liturgie des Wortes ist, die im Wesentlichen der Liturgie der Eucharistie untergeordnet ist [94], ist ein mit Anbetung aufgenommenes Geschenk, das ein Akt der Bekehrung verlangt und zur Sendung aufruft -, kommt eine Tatsache hervor, die es verdient besonders hervorgehoben zu werden.
Zu behaupten, dass die Eucharistie Ursprung und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche ist, bedeutet vor allem den notwendigen Gehorsam der Kirche selbst gegenüber dem Sakrament der Eucharistie zu erkennen. Darin drückt sich der Vorrang der traditio über die receptio aus: beim letzten Abendmahl hat Jesus die Initiative übernommen und sich den Seinen ausgeliefert; beim Übergang vom letzten Abendmahl zur kirchlichen Liturgie, erklärt uns Paulus, dass er uns das weitergibt, was er selbst erhalten hat (vgl. 1 Kor 11,23); in der Unterscheidung und in der Reihenfolge der liturgischen Reformen ist das Führungskriterium immer der Vorrang der traditio [95]. Trotzdem erlebt die Gemeinschaft in jeder Feier der Eucharistie dieselbe Erfahrung, die bereits die Apostel im Abendmahlssaal gemacht haben: die Gläubigen sind berufen den zu empfangen, der sich ihnen schenkt.
Dieses grundlegende Element des eucharistischen Aktes führt zu einer wichtigen pastoralen Konsequenz: die Notwendigkeit, jede Zweideutigkeit zwischen der Kunst des Feierns und der aktiven Teilnahme zu überwinden. Die bewusste aktive und fruchtbare Teilnahme des Gottesvolkes [96] - vor allem an der sonntäglichen Messe - entspricht wirklich der angemessenen Feier der Heiligen Geheimnisse. Wieder einmal kommt der Geschenkcharakter der Eucharistie in den Vordergrund. Wenn man die Kunst der Feier sachlicher Weise pflegt, kann die Teilnahme an der Feier wirklich plena, conscia und actuosa werden.[97] Es handelt sich darum, dem eucharistischen Ritus in seiner außerordentlichen Vollkommenheit zu gehorchen und dabei seine kanonische und konstitutive Kraft zu erkennen, die nicht aus reinem Zufall seit 2000 Jahren das Dasein der Heiligen Kirche Gottes sicherstellt.
Dieses Kriterium muss unter Rücksichtnahme der verschiedenen kulturellen Sensibilitäten die Weise orientieren, in der man die Teilnahme aller Gläubigen am Ritus selbst erfordert. Um nicht zu einer einfachen Wiederholung von Formen und Gesten zu werden, verlangt sie die bewusste Hingabe seiner selbst von jedem Gläubigen, der auf diese Weise das allgemeine Priestertum des Gottesvolkes, das in der Taufe beginnt, in die Tat umsetzt. In diesem Zusammenhang versteht man auch den wertvollen und kostbaren Nutzen der liturgischen Normen, die der Heilige Stuhl, die Bischofskonferenzen und die Ordinarien den Kirchen zur Verfügung stellen.

In diesem Rahmen sollten auch alle Ämter und Aufgaben, die mit dem liturgischen Ritus verbunden sind, verstanden und gelebt werden. Ihre Funktion ist nicht die Gratifikation derer, die sie ausüben, das heißt eine rein äußerliche, wie eine falsche Auffassung der aktiven Teilnahme der Gläubigen glauben läßt. Ihr grundliegendes Wirken hat den Zweck der ganzen Gemeinde die objektive Schönheit und Würde der Feier zu versichern [98].
Ohne weiter in die wichtigen und spezifischen Probleme einzudringen, ist es nützlich, in diesem Bericht auch daran zu erinnern, dass die Kunst im Dienste der eucharistischen Handlung - vor allem, was die kirchliche Ausstattung [99] betrifft - so wie der Gesang und die Musik ihrerseits von der Kunst des Feierns hell erleuchtet werden. Sie wirken zusammen in der aktiven Teilnahme, wenn diese objektive Kunst des Feierns respektiert wird [100].

Drittes Kapitel
Die Anthropologische, kosmologische und soziale Dimension der Eucharistie

I. Zwei Voraussetzungen

Die Betrachtung des eucharistischen Ritus als eine sakramentale Handlung, die alleine in der Lage ist, die Eucharistie als Ursprung und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche zu rechtfertigen, wäre unvollständig, wenn ihre Kraft, das persönliche und gemeinschaftliche Leben der Gläubigen zu verändern, sich nicht zeigen würde, und durch sie ihre Fruchtbarkeit gegenüber der Menschenfamilie und der Völker. Anders gesagt beeinflusst die Eucharistie dadurch, dass sie dem menschlichen Dasein eine eucharistische Form gibt, nicht nur die Person und die kirchlichen Gemeinschaften, sondern durch sie auch die Gesellschaft, die Kultur und bestimmt das Verhältnis des Menschen zum Kosmos.

1. Eucharistie und Evangelisierung

Die Einzigartigkeit des Osterereignisses, von dem die tiefgreifende Einheit von Eucharistie und Kirche ausgeht, die von diesem einzigen Akt des Kultes, und zwar vom eucharistischen Ritus bezeugt ist, erzeugt auch die tiefe Einheit von Leben und Sendung des Christen und der ganzen Kirche. Das gemeinsame Zeugnis von der verdienstfreien und befriedigenden Begegnung mit Christus mündet in die Verkündigung und Einladung an alle Mitmenschen, niemand ausgeschlossen, am Leben der christlichen Gemeinde teilzunehmen. In dem sie innerhalb der Gemeinde die Erziehung zur Unentgeltlichkeit, zum christlichen Denken zur Universalität suchen, werden die Christen dazu angeleitet, sich zusammen mit den Mitmenschen auf kultureller, ökologischer und sozialer Ebene einzusetzen.
Das so wahrgenommene persönliche und gemeinschaftliche Leben im christlichen Sinne (eucharistische Spiritualität), vollzieht im Konkreten die Evangelisierung und Neuevangelisierung, in der immer auch die Förderung der Menschen impliziert ist.

2. Eucharistie, Interkulturalität und Inkulturation

Die Evangelisierung fand, bedingt durch die Natur des Menschen und kraft der Dynamik der Fleischwerdung, seit Beginn der Geschichte statt und ist dazu berufen, mit den verschiedensten Kulturen zu interagieren. Man kann deshalb die Sorgfalt, die nach dem II. Vatikanischen Konzil von den verschiedenen Kirchen auf den Prozess der Inkulturation der liturgischen Riten gelegt wurde, verstehen. Diese Dringlichkeit wurde in den letzten Jahrzehnten vielmals von der Kirchenlehre bekräftigt [101]. Es lohnt daran zu erinnern, dass die entscheidende Bedingung für die notwendige Entwicklung dieses wichtigen Prozesses, der es aufgrund seiner Natur erfordert, einer kontinuierlichen Überprüfung unterworfen zu werden, die vorausgehende Erkenntnis der Interkulturalität des gefeierten Ereignisses ist. Die Eucharistiefeier repräsentiert das österliche Geschehen, das für sich selbst die Voraussetzungen seiner Mitteilbarkeit an alle Kulturen festsetzt. Dies ist durch die weltweite Einzigartigkeit der Person und der Geschichte Jesu Christi, der gerade durch die Fleischwerdung die vollständige menschliche Verfassung annimmt, möglich geworden. Um die interkulturelle Dimension der Eucharistie auszudrücken, ist der Gebrauch der lateinischen Sprache - vor allem anlässlich großer internationaler Feierlichkeiten oder in Kirchen mit vielen ausländischen Besuchern - wertvoll.
Angesichts dieser Tatsache können der Gebrauch der mundartlichen Sprachen und die wohlbedachte Anwendung von Ausdrucksformen im Ritus, in den Kirchen, in der Einrichtung und in den Gesängen zur Feier der eucharistischen Handlung, welche in jedem Fall und auf jedem Breitengrad die einzige von Christus gestiftete [103] Eucharistie bleiben muss, fruchtbarer und paradigmatischer Ausdruck der Wichtigkeit der Inkulturation für die Evangelisierung werden [103]. Wenn die Bedingung zur Inkulturation die Anerkennung der Interkulturalität des gefeierten Mysteriums ist, so impliziert jede Inkulturation aufgrund ihrer Natur eine fortdauernde Evangelisierung der Kultur selbst. Dies entbehrt nicht einer unvermeidlichen “kritischen” Distanz gegenüber der Kultur, in der eine bestimmte christliche Gemeinschaft lebt und feiert. In der ausgeglichenen Beziehung zwischen Evangelisierung und Inkulturation, versichert durch die interkulturelle Natur der Eucharistie, findet auch der interreligöse Dialog seinen Raum [104]. Es handelt sich um einen dem Glauben der christlichen Gemeinschaft innewohnenden Moment in missionarischem Zusammenhang, entscheidend vor allem auf dem stark bevölkerten asiatischen Kontinent. In diesem Zusammenhang lohnt es, mit Aufmerksamkeit auf die Ostkirchen zu blicken, um Nutzen aus ihrer Erfahrung zu ziehen.

II. Die anthropologische Dimension der Eucharistie

Wenn die Eucharistie ein Geschenk des sakramentalen Zusammentreffens zwischen dem Menschen und Gott in Jesus Christus ist, der “wirklich freimacht” (Joh 8, 36), so besitzt dieses Geschehen aus seiner Natur heraus eine grundlegende anthropologische Dimension.
Die Transformation der Existenz, als Werk der eucharistischen Handlung, zeigt sich vor allem im Eifer der Christen in der Nachfolge Christi. Oft betonte Paulus, dass sich die Existenz der neuen Kreatur vollständig in Christus vollzieht (vgl. Röm 6, 11; Gal 2, 20) [105]. In der Gemeinschaft mit dem Leib und dem Blut Christi kommt der Deus Trinitas dem Menschen entgegen. Sein Einbruch in die Alltäglichkeit eröffnet dem Menschen die Möglichkeit, sich nicht wieder in der eigenen Endlichkeit und der eigenen Sünde einschließen zu lassen.
Dieses persönliche Geschenk breitet sich natürlicherweise in der Gemeinschaft der Christen aus: die Einheit der Kirche, die wir schon genannt haben, ist die res des Sakraments. Wie die neutestamentlichen Erzählungen hinsichtlich der urchristlichen Gemeinschaft dokumentieren, versichert die sakramentale Schöpfung die Objektivität der Kommunion, die dazu neigt, sämtliche geistigen und materiellen Aspekte des Daseins der Christen zu durchdringen (vgl. Apg 2,42-44; 4,32-33) [106].
Glaubenslehre, Moral, Askese und Spiritualität sind keine Ausdrücke einer unbestimmten Religiosität, sondern kraft ihrer eucharistischen Wurzeln werden sie einheitliche Ausdrucksformen der Erfüllung des Planes Gottes in jeder Person und in der gesamten Geschichte: “Christus zum Herz der Welt machen”[107]. Auf dieses Weise ist das gesamte Leben als Berufung konzipiert und dies erlaubt jene imitatio Christi, die im Laufe der Jahrhunderte von den Heiligen in verschiedenen Lebenslagen bezeugt worden ist. Das christliche Dasein vollzieht sich auf den Spuren des Meisters, gebunden an die Ewigkeit und doch in verantwortungsvoller und konstruktiver Weise achtsam auf jede Kehrseite des Lebens[108].
Verkündigung und Zeugnis, Katechese, persönliche und gemeinschaftliche christliche Erziehung, Teilnahme am Menschen mit seinen Ausdrucksformen in Gefühlen, Arbeit und Erholung bis hin zur Konfrontation mit den brennenden anthropologischen Fragen, die heute das humanum aufrütteln (Liebe, Ehe, Familie, Leben, Krankheit, Tod), sind für den Christen Aspekte, die objektiv in der sonntäglichen Feier der Eucharistie impliziert sind.

III. Die kosmologische Dimension der Eucharistie

In der eucharistischen Handlung, die sich in letzter Instanz auf die Einheit in Jesus Christus aus Priester, Opfer und Altar, stützt, ist die neue Kreatur veranlasst, unaufhörlich ihr Verhältnis mit der Materie und dem Kosmos zu erneuern [109]. Der Heilige Paulus macht das Verhältnis zwischen der fruchtbaren Mühe der neuen Kreatur und der der neuen Schöpfung offensichtlich (vgl. Röm 8, 19-23; 2 Kor 5, 17). Anthropologische und kosmologische Mühen sind in der immer bevorstehenden eschatologischen Perspektive vereint. Es ist wichtig, die kosmologische Dimension der Eucharistie hervorzuheben, wie sie seit der Antike die Ausrichtung des christlichen Gotteshauses dokumentiert.
Die eucharistische Form des Daseins verpflichtet dazu, von der Wurzel an, zwei große Risiken, die das Verhältnis Mensch-Kosmos, wenigstens anfänglich, schwer gefährden könnten, zu vermeiden.
Auf der einen Seite das Risiko eines erbitterten Anthropozentrismus, der aus dem Menschen den absoluten Herrscher über die Schöpfung macht. In der Darbringung der Gaben (die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit: das Brot und der Wein, dem man das Wasser hinzugibt), drückt sich explizit aus, dass die Handlungsträger des Verhältnisses Mensch-Schöpfung nicht nur zwei sind, die Gemeinschaft der Menschen und der Kosmos, sondern drei. In der Bestätigung dessen, was schon der zweite Schöpfungsbericht (vgl. Gen 2, 4b-25) beinhaltet, gibt es einen Dritten, der Mensch und Schöpfung in Beziehung setzt: Gott, der den Menschen von Beginn an in den “Garten” setzt, dass er ihn bebaue und behüte. Mensch und Kosmos sind in der einzigen, von Gott geführten historia salutis vereint. In der Erlösung eröffnet Christus dem Menschen und dem Kosmos durch das definitive Herabsetzen jeglicher anthropozentristischer Selbstgenügsamkeit, die Perspektive der endgültigen Verherrlichung.
Andererseits schließt das ausgeglichene Verhältnis zwischen Gott, dem Menschen und dem Kosmos - ausgedrückt von der Eucharistie - jeden Biozentrismus und Ökozentrismus aus, der dazu führen würde, jede ontologische und wertmäßige Unterscheidung zwischen dem Menschen und den anderen Lebewesen abzuschaffen [110].
Die kosmologische Dimension der Eucharistie findet im Leben des Heiligen Franziskus von Assisi ein sehr bedeutsames Sinnbild. Der bekannte Sonnengesang erscheint als eine kraftvolle und poetische Dokumentation der Position des Menschen, der ein eucharistisch bestimmtes Dasein führt und deshalb jede Kreatur in ihrer Verbindung mit Gott wahrnimmt: “Laudato sii mi’ Signore cum tucte le tue creature”. Das Bewusstsein des Heiligen Franziskus drückt die Haltung der Dankbarkeit Gott gegenüber durch und mit allen Dingen aus. Dankbarkeit, die er gerade durch das eucharistische Mysterium erlernt, von dem er zu in seiner Zeit in Beachtung der Dekrete des IV. Laterankonzils nicht zufälligerweise bewunderter Sänger und Verteidiger war [111].
Die gemeinschaftliche Dimension der eucharistischen Handlung verpflichtet die Christen darüber hinaus, nicht zu vergessen, dass Schöpfung und Kosmos ein universales Gemeingut sind und dass die Verpflichtung demgegenüber sich nicht nur auf die gegenwärtigen Bedürfnisse erstreckt, sondern auch auf die zukünftigen. Deshalb nimmt die Verantwortung gegenüber der Schöpfung die Form einer Sorge an für diese unsere Wohnung, welche im übertragenden Sinn ihren Körper ausdehnt, und muss angemessene Anpassungen auf erzieherischer, sozialer und juristischer Ebene finden, die deren gleichzeitige Bedeutung als Wohnung und Ressource respektieren [112]. Auch das christliche Gotteshaus und in ihm die Kapelle oder der Bereich der Aufbewahrung und Anbetung, der mit dem Tabernakel die Sorge für die Wohnung des eucharistischen und kirchlichen Leibes Jesu Christi ausdrückt, können wertvolle erzieherische Quellen der kirchlichen Versammlung für ein richtiges Verhältnis zwischen Mensch und Schöpfung werden.

IV. Die soziale Dimension der Eucharistie

Die vollständige Hingabe Seiner Selbst, die Christus auf eucharistische Weise den Menschen aller Zeiten versichert, ist das Heil aller. In diesem Sinne ist die Eucharistie für die ganze Welt. Die synoptischen Evangelien erinnern im entscheidenden Gleichnis vom guten Samen und dem Unkraut daran, dass die Verpflichtung zur Nachfolge Christi die Welt als ihren Acker hat (Mt 13, 38). Es springt somit ins Auge, dass die Eucharistie eine innerste soziale Dimension hat, die untrennbar von der kosmologischen und anthropologischen ist.
Die Kirchengeschichte, reich an Werken der Nächstenliebe und kreativer Entwicklungen in Einrichtungen ziviler und politischer Bedeutung ist, dokumentiert dies mit einer Fülle an Elementen. Es wird in der Arbeit dieser Tage nicht der Anlass für eine weitere Bestätigung durch die hier vertretenen Teilkirchen fehlen.
Die Liebe ist notwendigerweise eucharistisch [113], wie auch die Eucharistie Liebe ist [114]. Die Almosen, die die Gläubigen anläßlich der sonntäglichen Feier verrichten, zeigen mit Klarheit die Wichtigkeit dieser Verbindung auf. Unter den unzähligen Zeugnissen der Heiligkeit, gebunden an die Nächstenliebe, wollen wir der Seligen Teresa von Kalkutta gedenken. Ihr Charisma, das tief vom Verhältnis mit der Eucharistie gezeichnet ist, erkannte die Liebe Gottes als unerschöpfliche Quelle der Anteilnahme an den ärmsten und verlassensten dem Tode Geweihten.
In der heutigen schwierigen Lage, die gekennzeichnet ist durch den gewaltsamen Übergang von der Moderne zur einem neuen kulturellen und geopolitischen Gefüge (Postmoderne?), erscheinen die sozialen Dringlichkeiten, denen sich ein Christ, der sein Dasein in eucharistischer Form lebt, stellen muss, besonders akut und differenziert. Die Globalisierung, die Gesellschaft des Internets, die neuen Horizonte, die sich mittels der Biotechnologie eröffnen und der Prozess der unvermeidbaren Vermischung von Völkern und Kulturen, die leider von Kriegen, Terrorismus und unmenschlichen Gewalttaten begleitet sind, lassen die Notwendigkeit von sozialer Gerechtigkeit und Frieden unaufschiebbar werden.
Die nicht seltene Situation der Armut und das örtliche Elend, zu dem ein Großteil der Weltbevölkerung, vor allem in Afrika verdammt ist, bilden eine Wunde, die erbarmungslos die Echtheit, mit der die Christen aller Breitengrade die Eucharistie leben, beurteilt. Die an jedem Sonntag, an jedem beliebigen Ort der Erde stattfindende Zusammenkunft, um am gleichen Leib und dem gleichen Blut Christi teilzuhaben, erlegt das Muss eines zähen Kampfes gegen alle Formen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Ausgrenzung und Ungerechtigkeit und Erschwerung auf, denen unsere Brüder und Schwestern, vor allem Frauen und Kinder, unterworfen sind. Die Formen dieses Krieges erfordern angemessene Kriterien, die dem proportionierten Verhältnis zwischen Nächstenliebe und Gerechtigkeit entstammen, das die Eucharistie seit den Zeiten der Apostel als notwendig für das gesellschaftliche Leben fordert (vgl. 1 Kor 11, 17-22; Jak 2, 1-6). Die christliche Gemeinschaft muss, im Bewusstsein ihrer einzigartigen Natur, mit geeigneten Analysen und durch Ausarbeitung der nötigen Unterscheidungen, um die passenden Mittel zur Begegnung mit dem Bösen, das heute planetarische Ausmaße angenommen hat und mehr denn je in der Gegenwart Gottes nach Rache ruft (vgl. Gen 4, 10) zu finden. Es scheint offensichtlich, dass die Konfrontation mit einer so wichtigen Frage, wie der der sozialen Gerechtigkeit nicht von der unermüdlichen Pflicht, Frieden zu schaffen, zu trennen ist. Weiterhin gründet sich das Verhältnis Frieden-Eucharistie, das gut im lateinischen Ritus der brüderlichen Umarmung, die der Kommunion vorausgeht, ausgedrückt wird, basierend auf der unerschütterlichen Überzeugung, dass Christus selbst unser Frieden ist (Eph 2,14). Die eucharistische Wurzel der Handlungsweise eines Christen für den Frieden, stellt ihn in den Schutz vor zwei schweren Hinterhalten. Die des utopischen Pazifismus einerseits und die einer Art Realpolitik, die den Krieg als unvermeidbar ansieht, auf der anderen Seite. Der Frieden hingegen ist eine schwierige Aufgabe, die uns immer vor Augen steht, und mit Geduld jeden Tag in der eigenen Person und in allen Verhältnissen, beginnend bei den familiären, über die der direkten Umgebung bis hin zu der internationalen Ebene verfolgt werden muss.
Diese entscheidenden sozialen Implikationen der eucharistischen Handlung erfordern den Beitrag der Christen, um in den verschiedenen Kulturräumen der Menschheit eine Zivilgesellschaft aufzubauen. Basierend auf den Prinzipien Solidarität und Subsidiarität, die Konstitutive der Kirchenlehre sind, treiben die Christen eine Zivilgesellschaft voran, die sich auf die Würde und auf die Rechte der Person stützt, zunächst auf das Recht auf Religionsfreiheit und auf die der mittleren Körperschaften, im Besonderen die der Familie.
In die gleiche Richtung weisend, tragen die Christen, gemeinsam mit allen Menschen guten Willens und unter Beachtung der heutigen meist pluralistischen Gesellschaften zur Förderung staatlicher und internationaler Institutionen bei, die eine gute Regierung unterstützen würden. Über die Förderung und Regelung eines guten Lebens auf der Ebene einzelner Nationen hinaus, müssen diese zur nunmehr unaufschiebbaren Notwendigkeit der Schaffung einer neuen Weltordnung, die auf geteilten und verpflichtenden Regeln beruht und allen Völkern die Möglichkeit einer ausgewogenen und vollständigen Entwicklung natürlicher und menschlicher Ressourcen garantiert, beitragen.

Schluß

Das eucharistische Dasein in den gegenwärtigen Bemühungen

I. Zusammenfassung

In dem Zusammentreffen in Freiheit, das die eucharistische Handlung versöhnt, erneuert sich seit 2000 Jahren mit besonderer Intensität im Ritus der Eucharistie die menschliche Erfahrung des Staunens. Gerade in der Verwirklichung des Ritus, durch die Erniedrigung des Sohnes, am Kreuz gestorben, auferstanden und durch die Gabe des Heiligen Geistes, zeigt, schenkt und teilt sich der Vater dem Menschen mit. Im Lobpreis und in der Eucharistie, im Hören des Wortes und im Vollzug des Opfers, kann der treue Anbeter des wahren Gottes nach dem confiteor mit dem Leib kommunizieren, der in Kraft des unwiederholbaren österlichen Geschehens erlöst und gesandt wurde, die Erlösung der ganzen Welt zu bezeugen.
Die Eucharistie wird in der gleichen Handlung, in der sie gefeiert wird, gleichzeitig Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche. Das österliche Geschehen, Eucharistie und Kirche verwirklichen in solcher Weise die konkrete Gestalt, in der die Dreieinigkeit im Lauf der Geschichte den Menschen zu ihrer Rettung entgegenkommt.
Die Wunder der göttlichen Gnade sind in den heiligen Gaben des Brotes und des Weines, gewandelt zu Leib und Blut Christi, eingeschlossen. In ihnen verbleibt der Mensch gewordene, gestorbene und wiederauferstandene Sohn Gottes, der sich freiwillig gegeben hat, in Erwartung einer Antwort des Menschen. Die Kirche feiert diese Mysterien, sie nährt sich von dieser himmlischen Speise und betet es in der Anerkennung des sakramentalen Jesu als den Weg zu Wahrheit und Leben an.
Der Mensch, der durch die Gnade diese Gabe aufnimmt, macht jedes Mal eine einzigartige Erfahrung. Die liebevolle Barmherzigkeit der Dreieinigkeit bricht in das mechanische Aufeinanderfolgen von Augenblicken seiner Zeit ein, erzeugt eine wohltuende Diskontinuität, die eine Entscheidung fordert. Im Bewußtwerden des abgrundtiefen Unterschiedes zwischen der unendlichen Freiheit Gottes, der sich auf eucharistische Weise schenkt, und der so geringen menschlichen Freiheit, verliert sich der Gläubige in Christus, wandelt sein Dasein in ein lebendiges Opfer um.
Dies nimmt auf persönlicher und sozialer Ebene eine wahre und wirkliche eucharistische Form an.
Die Wesensart der Christen und der Gemeinschaft der Gläubigen lebt von dieser eucharistischen Form, die fortlaufend die Rhythmen des persönlichen Daseins darstellt, während sie zur Erschaffung eines guten Lebens, auch auf sozialer Ebene, beiträgt. Die Geburt, das Wachsen, die Erziehung, das Lieben, das Leiden und das Sterben sind von der eucharistischen Macht gekennzeichnet, die sich in den sieben Sakramenten ausdrückt und kraft der Eucharistie, werden das christliche Leben und das der Gemeinschaften auf wohltuende Weise von der Aufnahme der Gaben des Geistes, aus dem Zuwachs an Tugenden, aus der Entdeckung, dass die Gebote Gottes, wenn ihnen wirklich gehorcht wird, die Erfüllung der Liebe sind, beeinflußt. Es erneuert sich in der Tiefe das Verhältnis des erlösten Menschen mit dem Kosmos, während die Christen mit immer wieder neu entstehender Energie zu einem radikalen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und den Aufbau von Frieden angetrieben werden.
Vor allem in diesen Zeiten besonderer Bemühungen, die alle Kulturräume der Welt betreffen, wird der Christ, der sein eigenes gemeinschaftliches Dasein in eucharistischer Form lebt zu einem unermüdlichen Verkündiger und Zeugen Jesu Christi und seines Evangeliums und zwar in allen Bereichen der menschlichen Existenz: vom Wohngebiet bis zur Schule, in der Arbeit, in der Welt der Kultur, der Wirtschaft, der Politik, der sozialen Kommunikation, usw.
Die auf eucharistische Weise gegründeten christlichen Gemeinden werden Orte, an denen jeder Mensch die Erfahrung machen kann, dass die Nachfolge Christi das ewige Leben eröffnet, indem sie schon vom Innern der Geschichte das hundertfache bietet (vgl. Mt 19, 29). Frauen und Männer jeden Standes, jeder Rasse und Kultur können in jedem Moment ihres Lebens, andere Männer und Frauen treffen, Christen, die kraft des eucharistischen Daseins, sich ihnen als diskrete Weggefährten auf einem Weg der Freiheit präsentieren.

II Ein abschließender Wunsch

Diese eucharistische Gestalt der Persönlichkeit und der christlichen Gemeinschaft ist keine Utopie. Sie lebt schon vollständig in Maria, der eucharistischen Frau. Wegen ihres fiat ist Maria Sinnbild der eucharistischen Gabe ihrer selbst und der unbefleckten Kirche. Die Väter und die Kirchenlehre haben immer das untrennbare Verhältnis zwischen Maria und der Kirche betont [115]. In seiner Definition als eucharistische Frau [116] hat Johannes Paul II. die Form dieses Verhältnisses beim Namen genannt. Dieses erblüht tatsächlich aus der einzigartigen Teilnahme der Mutter an der vollendeten Gabe des Sohnes, Seiner selbst.
Bitten wir die unbefleckte Jungfrau und alle Heiligen, dass die Arbeiten dieser Synodenversammlung sich im wohltuenden Horizont dieser eucharistischen Form vollziehen mögen.

[1] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 6.
[2] Vgl.ebd., 5-6.
[3] Vgl.Johannes Paul II., Redemptor hominis 10.
[4] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 6: Dieses“Staunen” über die Eucharistie wünsche ich mir mit der vorliegenden Enzyklika wiederzuerwecken, in Fortsetzung jenes Erbes des Jubiläums.
[5] Vgl. Missale Romanum, Oratio Post Communionem, I Dominica Adventus.
[6] Gaudium et spes 22.
[7] Vgl. Gaudium et spes 14.
[8] Hl. Thomas erinnert uns daran, daß der Mensch mit der Taufe in Christus wiedergeboren wird. (regeneratur in Christo, während der Mensch seine Vereinigung mit Christus durch die Eucharistie vollendet (perficitur in unione ad Christum). “Deshalb wird die Taufe auch als”Sakrament des Glaubens” (sacramentum fidei) bezeichnet, welcher das Fundament des spirituellen Lebens ist; die Eucharistie wird ”Sakrament der Barmherzigkeit “(sacramentum caritas) genannt, die der “vollkommene Bund”(vinculum perfectionis) nach dem Hl. Paulus ist (Kol 3, 14)”, Thomas, Summa Theologiae III, q. 73, a. 3.
[9] Vgl. Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium 69, 2.
[10] “Wo ist das Gottesvolk, von dem soviel geredet wurde, und heute noch die Rede ist, wo ist es? Diese ethnische Entität sui generis, die sich durch ihren religiösen und messianischen Charakter unterscheidet und qualifiziert (priesterlich und prophetisch, wenn ihr wollt), die alles Richtung Christi, als seinen Brennpunkt zusammen führt, und ganz von Christus stammt? Wie ist es zusammengesetzt? Wie ist es charakterisiert? Wie ist es organisiert? Wie übt es seine ideale und belebende Mission innerhalb der Gemeinschaft, in welcher es eingetaucht ist, aus? Wir wissen wohl sehr gut, dass das Gottesvolk heute, historisch, einen für allen bekannteren Namen trägt, es ist die Kirche.” Paul VI., Generalaudienz, 23. Juli 1975.
[11] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 5.
[12] “In der Eucharistie ist das ganze Geheimnis unserer Rettung zusammengefasst (totum mysterium nostrae salutis comprehenditur)”, Thomas, Summa Theologiae III, q. 83, a. 4. “Die Eucharistie ist das größte aller Wunder, das jemals von Christus bewirkt wurde, das bewundernswerte Zeugnis seiner grenzenlosen Liebe für die Menschen.” Thomas v. A., Opusc. 57, zum Fronleichnamsfest.
[13] “Versammelt am Tag des Herrn, am Sonntag, brecht das Brot und dankt Gott, nachdem ihr eure Sünden gebeichtet habt, so dass euer Opfer rein ist.”, Didachè 14, 1. Und vgl. Justinus, I Apologie 67.
[14] Sacrosanctum Concilium 9.
[15] Dei Verbum 4: “Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn” (Hebr 1, 1-2). Er schickte sein Sohn, das ewige Wort, das alle Menschen erhellt, damit er unter den Menschen lebte und ihnen die Geheimnisse Gottes enthülle. (vgl. Joh1,1-18). Jesus Christus nun, das Wort, das Fleisch geworden war, als Mensch zu den Menschen geschickt,“verkündigt die Worte Gottes” (Joh 3,34) und führt das Werk der Errettung, das ihm der Vater übertragen hat, zur Vollendung. (vgl..Joh 5,36; 17,4). Deswegen erfüllt und vervollständigt er, der wer ihn gesehen hat, hat den Vater gesehen (vgl .Joh 14,9) mit seiner Anwesenheit und mit seiner Bekundung, die er von sich selbst macht, mit den Worten und mit den Werken, mit den Zeichen und mit den Wundern und insbesondere mit seinem Tode und seiner Auferstehung von den Toten und letztlich mit der Herabsendung des Geistes der Wahrheit, die Offenbarung und bekräftigt sie mit dem göttlichen Zeugnis, das Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis der Sünde und des Todes zu befreien und zum ewigen Leben, auferweckt“.
[16] Thomas v. A., in I Sent., Prol.: ““Ego sapientia effudi flumina” Sir 24, 40 - Venit Filius et illa flumina olim occulta effudit nomen Trinitatis publicando”.
[17] Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 2005, Nr. 1.
[18] Johannes Paul II., Fides et ratio 13: “Man wird gewissermaßen auf den sakramentalen Horizont der Offenbarung und ins besondere auf das Zeichen der Eucharistie verwiesen, wo es die unauflösliche Einheit zwischen der Wirklichkeit und ihrer Bedeutung erlaubt, die Tiefe des Geheimnisses zu erfassen. Christus ist in der Eucharistie wahrhaftig gegenwärtig und lebendig, er wirkt und handelt durch seinen Geist, doch wird der hl. Thomas richtig gesagt hatte: “Du siehst nicht ,du begreifst nicht , aber der Glaube bestärkt dich jenseits der Natur. Was da erscheint, ist ein Zeichen: Es verbirgt im Geheimnis erhabene Wirklichkeiten”. Ihm pflichtet der Philosoph Pascal bei: “ Wie Jesus Christus unter den Menschen unerkannt geblieben ist, so unterscheidet sich seine Wahrheit äußerlich nicht von den allgemeinen Meinungen. Und so ist die Eucharistie gewöhnliches Brot.”
[19] Vgl. Instrumentum laboris Nr. 25.
[20] “Mit den Jüngern feierte er das Paschamahl Israels, das Gedächtnis der befreienden Tat Gottes, die Israel aus der Knechtschaft in die Freiheit führte.” Benedikt XVI, Predigt der Heiligen Messe zur Feier des XX Weltjugendtages auf dem Marienfeld (21 August 2005).
[21] Ebd.
[22] Instrumentum laboris, Vorwort.
[23] Eucharistisches Hochgebet III.
[24] Vgl. Thomas, Summa Theologiae III, q. 63, a. 6; q. 65, a. 3; q. 75, a.1 und a.3. Vgl. auch Johannes Paul II., Redemptor hominis, 20.
[25] “Das Leben, das auf den Sakramenten gründet, beseelt durch das allgemeine Priestertum, bedeutet vor allem, seitens des Christen, den Wunsch zu haben, dass Gott in ihm wirkt, um ihn im Geist “in der vollkommenen Gestalt Christi” (vgl. Eph 4, 13) ankommen zu lassen. Gott seinerseits berührt ihn nicht nur durch Ereignisse und mit seiner inneren Gnade, sondern er handelt in ihm mit größerer Sicherheit und Stärke durch die Sakramente. Sie verleihen seinem Leben einen sakramentalen Zug. Nun aber ist es unter allen Sakramenten die heilige Eucharistie, welche seine christliche Initiation zu einer Fülle bringt und die der Ausübung des allgemeinen Priestertums jene sakramentale und kirchliche Form verleiht, die dieses an das Amtspriestertum [...] anknüpft. In dieser Weise ist der eucharistische Kult Zentrum und Zielpunkt des gesamten sakramentalen Lebens (vgl. AG, 9 und 13; PO, 5)”, Johannes Paul II, Dominicae Cenae 7.
[26] Eucharistisches Hochgebet II.
[27] ”Du lässt die Kirche Christi das unaussprechbare Geheimnis feiern, in dem unsere Bedeutungslosigkeit als sterbliche Wesen zu einer ewigen Verbundenheit sublimiert wird, und unser Dasein in der Zeit beginnt zu blühen in einem Leben, das kein Ende kennt.“, Präfation der 19. Woche im Jahreskreis nach dem ambrosianischen Messbuch.
[28] Vgl. Der Katechismus der katholischen Kirche 1402-1405.
[29] Eucharistisches Hochgebet I: “Wir bitten Dich, allmächtiger Herr: Diese Gaben mögen durch die Hände deines heiligen Engels getragen werden zu deinem himmlischen Altar vor deiner göttlichen Herrlichkeit, damit über uns alle, die wir an dem diesem Altar teilhaben durch die Kommunion mit dem heiligen Mysterium von Leib und Blut deines Sohnes, die Fülle der Gnade und des Segens vom Himmel herabkomme.“ Vgl. auch Sacrosanctum Concilium 8.
[30] Vgl. Institutio Generalis Missalis Romani (20. April 2000) 379-385.
[31] Vgl. Paul VI., Mysterium fidei 35-46; Der Katechismus der Katholischen Kirche 1373-1381; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 15.
[32] Die Texte von Markus und Matthäus (Mk 14,22-24; Mt 26,26-28) nehmen Bezug auf den Bund am Sinai (vgl. Ex 24,8), während Lukas und Paulus ( Lk 22,19-20; 1 Kor 11,23ff) von der Verheißung des neuen Bundes sprechen. Vgl. Trienter Konzil, Sessio XXII. Doctrina de Ss Missae sacrificio, DS 1738-1759; Pius XII., Mediator Dei, Teil II; Paul VI., Mysterium fidei, 27-32; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 12-13.
[33] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 13.
[34] Vgl. Sacrosanctum Concilium 14.
[35] “Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch“ (Joh 6,53). “Es scheint ein Verbrechen oder eine absolute Widerwärtigkeit zu befehlen. Aber in Wirklichkeit ist es ein bildlicher Ausdruck, mit dem die Teilnahme an der Passion des Herrn befohlen wird“, Augustinus, doctrina cristiana, III, 16, 24.
[36] “So kommt also der Heilige Geist, das Feuer nach dem Wasser, und so werdet ihr Brot, das heißt der Leib Christi“, Augustinus, Reden, 227, 1. „Das ist das Opfer der Christen, dass viele ein Leib Christi seien. Die Kirche feiert dieses Geheimnis im Sakrament des Altars, das die Gläubigen gut kennen, und in dem ihr klar gezeigt wird, dass in dem, was geopfert wird, sie sich selbst opfert“, Augustinus, Der Gottesstaat, X, 6.
[37] Die Eucharistie wird Bild der Einheit der Kirche, wie das Brot aus vielen Körnern stammt, die, zusammen gemahlen, ein Ganzes bilden, vgl. Didache, 9, 4; Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium, 26, 17.
[38] “Was wir weihen ist der Leib, geboren aus der Jungfrau“, Thomas von Aquin, Summa Theologiae III, q. 75, a.4. Thomas zitiert ausdrücklich aus De Sacramentis des Hl. Ambrosius. Vgl. auch Pascasio Radberto, De corpore et sanguine Domini, VII: „Quibus modis dicitur corpus Christi“: CChCM, 16, 37-40.
[39] Die eigentliche Eigenschaft dieses Brotes ist die Einheit, in dem Sinne, dass wir, verwandelt in den Leib Christi und zu seinen Gliedern geworden, zu dem werden, was wir empfangen. Dann wird dieses wirklich unser tägliches Brot sein.“, Augustinus, Reden, 57, 7, 7.
[40] Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 19-25.
[41] Institutio Generalis Missalis Romani (20. April 2000) 22.
[42] Sacrosanctum Concilium 57.
[43] Vgl. Sacrosanctum Concilium 122-129; Heilige Kongregation für die Riten, Inter Oecumenici 90-99; Heilige Kongregation für die Riten, Eucharisticum Mysterium 24, 52-57; Kongregation für den Gottesdienst, Liturgiae instaurationes 70; Der Katechismus der katholischen Kirche 1197-1186; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 49.
[44] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia, 21-23.
[45] Über die wichtige Einladung von Unitatis redintegratio 22 hinaus beschränken wir uns darauf, die hauptsächlichen Dokumente der verschiedenen interkonfessionellen Dialoge bezüglich der Eucharistie in Erinnerung zu rufen. Vgl. Gemischte Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, Das Mysterium der Kirche und der Eucharistie im Lichte des Mysteriums der heiligen Dreifaltigkeit (München 30. Juni - 6. Juli 1982), in Enchiridion Oecumenicum 1/2183-2197; Anglikanisch - römisch-katholische internationale Kommission: Eucharistielehre: Erklärung von Windsor 1971, in Enchiridion Oecumenicum 1/16-28; Anglican Consultive Council - Pontificial Council for promoting Christian Unity: Die Kirche als Communio (Gemeinsame Erklärung 1990), in Enchiridion Oecumenicum3/ 38-106; Clarifications of Certain Aspects of the Agreed Statements on Eucharist and Ministry of the First Anglican-Roman Catholic International Commission, together with a Letter from Cardinal Edward Idris Cassidy, President of the Pontificial Council for Promoting Christian Unity (1993), in Enchiridion Oecumenicum 3/107-124; Clarifications of Certain Aspects of the Agreed Statements on Eucharist and Ministry of the First Anglican - Roman Catholic International Commission, together with a Letter from Cardinal Edward Idris Cassidy, President of the Ponticial Council for Promoting Christian Unity (Erklärung der Kopräsidenten, 1994), in Enchiridion Oecumenicum 3/305-314; Clarifications of Certain Aspects of the Agreed Statements on Eucharist and Ministry of the First Anglican - Roman Catholic International Commission, together with a Letter from Cardinal Edward Idris Cassidy, President of the Ponticial Council for Promoting Christian Unity (Brief des Kard. Cassidy an die Kopräsidenten der ARCIC II, 1994), in Enchidirion Oecumenicum 3/ 315-317; Gemeinsame Römisch-Katholische/Evangelisch-Lutherische Kommission, Das Herrenmahl (1978), in Enchiridion Oecumenicum 1/1207 - 1307; Gemischte Römisch-Katholische/Reformierte Studienkommission, Offizieller Bericht des Dialogs (1973-1977) über Die Gegenwart Christi in der Kirche und in der Welt, Rom, März 1977, in Enchiridion Oecumenicum 1/2383-2408; Kommission Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen, One baptism, one Eucharist and a Mutually Recognized Ministry. Three agreed statements, Accra 23. Juli - 5. August 1974, in Enchiridion Oecumenicum 1/2860-3031; Ders., Baptism, Eucharist and Ministry (Dokument von Lima), in Enchiridion Oecumenicum 1/3032-3181; Sekretariat für die Einheit der Christen, “Baptism, Eucharist and Ministry”, Faith and Order Paper Nr. 111 (BEM). A catholic response (21. Juli 1987), in Enchiridion Vaticanum 10/1914-2078.
[46] Vgl. Glaubenskongregation, Communionis notio (28. Mai 1992) 17.
[47] “Wenn wir auch noch nicht in der Frage der Interpretation und des Ausmaßes des Papstamtes übereinstimmen, stehen wir jedoch zusammen bei der apostolischen Nachfolge, sind wir grundsätzlich miteinander vereint hinsichtlich des Bischofsamtes und des Sakraments des Priestertums und wir bekennen vereint den Glauben der Apostel wie er uns in der Heiligen Schrift geschenkt und wie er bei den großen Konzilien interpretiert worden ist. In dieser Stunde der Welt, die voll ist von Skepsis und von Zweifeln, aber auch reich an Verlangen nach Gott, erkennen wir von neuem unsere gemeinsame Mission, Christus zusammen zu bezeugen und auf der Basis dieser vollen Einheit, die uns schon gegeben wurde, der Welt zu helfen, weil sie glaubt. Und wir bitten den Herrn mit ganzem Herzen, dass er uns zur vollen Einheit leite in der Weise, dass das Licht der Wahrheit, welches allein die Einheit kreieren kann, in der Welt von neuem sichtbar werde”, Benedikt XVI., Predigt zum Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus (29. Juni 2005)
[48] Das II. Vatikanische Konzil lehrt: “Hier sind vor allem zwei Prinzipien maßgebend: die Bezeugung der Einheit der Kirche und die Teilnahme an den Mitteln der Gnade. Die Bezeugung der Einheit verbietet in den meisten Fällen die Gottesdienstgemeinschaft, die Sorge um die Gnade empfiehlt sie indessen in manchen Fällen.”, Unitatis redintegratio 8.Vgl. auch Orientalium Ecclesiarium 26-29; Secretariatus ad Christianorum Unitatem Fovendam, Directorium ad ea quae a Concilio Vaticano II de re oecumenica promulgata sunt exsequenda, Pars prima Ad totam Ecclesiam (14. Mai 1967); Pars altera Spiritus Domini (16. April 1970); Instructio In quibus rerum circumstantiis de peculiaribus casibus admittendi alios christianos ad communionem eucharisticam in Ecclesia cattolica (1. Juni 1972); Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Anwendung der Prinzipen und der Normen zum Ökumenismus III (25. März 1993); Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 43-46.
[49] Der Katechismus der Katholischen Kirche, 1327: “Die Eucharistie ist das Kompendium und die Summe unseres Glaubens: Unsere Denkweise steht in Übereinstimmung mit der Eucharistie, und die Eucharistie ihrerseits stimmt mit unserer Denkweise überein (Hl. Irenäus v. Lyon, Adversus haereses, 4, 18,5)”
[50]Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 44.
[51]Vgl. Codex Iuris Canonici 844; Codex Canorum Ecclesiarum Orientalium 671;Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen,, Direktorium zur Anwendung der Prinzipen und der Normen zum Ökumenismus Nr. 123-25, 130-132 ."In diesem Fall geht es nämlich darum, einem schwerwiegenden geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubiger im Hinblick auf das ewige Heil entgegenzukommen, nicht aber um eine Praxis einer Interkommunion, die nicht möglich ist, solange die sichtbaren Bande der kirchlichen Gemeinschaft nicht vollständig geknüpft sind.” Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 45.
[52]Vgl.Johannes Paul II. Ut Unum sint 46
[53]Sacrosanctum Concilium 56: “Die beiden Teile, die in gewisser Weise die Messe ausmachen, d.h. der Wortgottesdienst und die eucharistische Liturgie, sind miteinander so eng verbunden, dass sie einen einzigen Akt des Kultes bilden”.
[54]Die Besonderheit und die außergewöhnliche Wichtigkeit der Frage müssten in der gegenwärtigen Synodalversammlung Anlass geben zu einem weitreichenden Vergleich, der dazu dienen soll, die verschiedenen Zeugnisse hinsichtlich der Vorbereitung, des Inhalts und die Arten der Ausführung der Predigt zu sammeln und auszuwerten.
[55]Es ist wichtig, hinsichtlich der Beziehung zwischen der Heiligen Schrift und der Eucharistie auf die Tatsache hinzuweisen, dass die sakramentale Feier den vorzüglichen Rahmen für die Lesung und Auslegung der Heiligen Schrift bildet.
[56]”Habens ergo novus sacerdos, non iam vetus Melchisedech, neque natus caro de carne, non de sudore suo, neque de terra, cui misere et multiplicate servit; sed novus Iesus natus de Spiritu spiritus, de donis ac datis divinis, de coelo coelestem hostiam carnis et sanguinis offert, dicens, non ut prius timide, neque hostiam servitutis, sed cum exsultatione et laetitia”, Isacco della Stella, Epistola De officio missae; PL 194, 1894 B-C.
[57]Vgl. Paul VI., Mysterium fidei 26-34; Katechismus der Katholischen Kirche 1362-1372; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 12-13.
[58]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche 1384-1390; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 16-17.
[59]”Das Opfer, das zu töten ist, wird nicht mehr innerhalb der Herde der Tiere ausgewählt; zu den heiligen Altären führt man nicht mehr Schafe oder Ziegen: das Opfer unserer Tage ist nunmehr der Leib und das Blut des Priesters selbst. Und sicherlich schon seit der Zeit der Psalmen war es von ihm prophezeit worden: ”Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks” (Ps 110, 4)”, Augustinus, Reden 228/B, 1. “Es wurde zuerst von seinen Händen bei dem mystischen Abendmahl vollzogen, als er das Brot nahm und es brach, und dann vom Kreuz, als er auf dieses gebunden wurde. In dem Moment vollzog er, da er die Würde des Priestertums empfangen hatte, oder besser, da er sie schon immer besessen hatte und sie auch mit seinem Tun verwirklichte, vollzog er das Opfer, das uns dargeboten werden sollte”, Eusych v. Jerusalem, Kommentar zu Levitikus, 1,4.
[60]”In diesem Opfer, oh Vater, feiern wir, deine Diener und dein heiliges Volk, das Gedenken an das glückliche Leiden, die Auferstehung von den Toten und die glorreiche Himmelfahrt von Christus, deinem Sohn und unserem Herrn; und wir bringen deiner göttlichen Herrlichkeit in Gestalt der Gaben, die du uns gegeben hast, das reine, heilige und unbefleckte Opfer dar, das heilige Brot des ewigen Lebens und den Kelch des ewigen Heils”, Eucharistisches Hochgebet I.
[61]Vgl. Pier Damiani, Liber qui appellatur Dominus vobiscum, X; PL 144, 238 D - 239 A.
[62]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1076.
[63]Vgl. Cyrill v. Jerusalem, Mystagogische Katechesen, 5, 7.
[64]”[...]ut omnes in Christo unum simus[Gal 3, 38][...] Unitas Ecclesiae ex personis innumerabilibus, diversi sexus, diversae conditionis, diversi ordinis, diversaeque professionis, multis modis solet significari. Hoc autem loco ab Apostolo significatur per unitatem panis et unitatem corporis”, Balduin v. Ford, Das Sakrament des Altars, II, 4: SC 94, 362. Vgl auch Johannes Chrysostomus, Homilie zu Pfingsten, 1, 4.
[65] Cfr. Sacra congregatio rituum, Eucharisticum mysterium (25. März 1967) 31-41; Sacra congregatio de disciplina sacramentorum, Immensae caritatis (29.Januar 1973); Sacra congregatio pro cultu divino, Eucharistiae sacramentum (21. Juni 1973) 13-78: Sacra congregatio pro sacramentis et cultu divino, Inaestimabile donum (3. April 1980) 1-19; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 80-107.
[66] “Novum plane quod carnis Dominicae substantia, in aliena specie sumpta, sanctificationis virtutem animae confert”, Gilbert v. Hoyland, In cantica. Sermo VIII, 8: PL 184, 46 D.
[67] „Wirklich groß und unaussprechlich ist das Sakrament, in dem wir wirklich dein Fleisch essen und dein Blut trinken: ein Mysterium, das Angst und Zittern einflößt, dessen Höhe den menschlichen Blick zurückweichen läßt, der es erforschen möchte. [...] Das Opfer unserer Erlösung soll in der Erfüllung meines Amtes durch dein Mitgefühl und deine Gabe ausweiten, bis alle lebenden und verstorbenen Gläubigen zum Heil geführt werden.”, Giovanni Di Fecamp, Theologisches Bekenntnis, III. Teil, 28.
[68] Vgl. Congregatio pro clericis et aliae, Instr. Ecclesiae de Mysterio (15. August 1997); Congregatio pro cultu divino et disciplina sacramentorum, Directorium de celebrationibus dominicalibus absente presbytero (2. Juni 1988).
[69] Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, ist die Diözese “der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem Presbyterium zu weiden anvertraut wird. Indem sie ihrem Hirten anhängt und von ihm durch das Evangelium und die Eucharistie im Heiligen Geist zusammengeführt wird, bildet sie eine Teilkirche, in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist”, Christus Dominus 11.
[70] Vgl. Die Regel des Heiligen Benedikt 62, 1.
[71] Die theologische Tradition und das Lehramt sind zur Kategorie der Transsubstantiation zurückgekehrt, um diesen essenziellen Aspekt des eucharistischen Glaubens angemessener zum Ausdruck zu bringen. Vgl. Konzil von Trient, Session XIII. Decretum de Ss Eucharistia, DS 1642 und 1652; Paul VI., Mysterium fidei 40 und 47; Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 15.
[72] Vgl. XI. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode: Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche. Lineamenta 60.
[73] Deshalb kann Augustinus sagen: “Niemand isst dieses Fleisch ohne es vorher angebetet zu haben”, und fügt hinzu, dass, wenn man dieses Fleisch isst, ohne es anzubeten, sündigt, vgl. Augustinus, Auslegung der Psalmen 98,9.
[74] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: “Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert im Leben der Kirche. Dieser Kult ist eng mit der Feier des eucharistischen Opfers verbunden. Die Gegenwart Christi unter den heiligen Gestalten, die nach der Messe aufbewahrt werden, - eine Gegenwart, die so lange andauert, wie die Gestalten von Brot und Wein Bestand haben - kommt von der Feier des Opfers her und bereitet auf die sakramentale und die geistliche Kommunion vor. [..] Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die „Kunst des Gebetes“ (NMI 32) auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist?“.
[75] Benedikt XVI.: Predigt der Heiligen Messe zum XX. Weltjugendtag auf dem Marienfeld (21.August 2005).
[76] Vgl. Codex Iuris Canonici 938.
[77] Vgl. Sacra congregatio rituum, Eucharisticum mysterium (25.März 1967); Sacra congregatio pro cultu divino, Eucharistiae sacramentum (21.Juni 1973) 1-12, 79-112; Sacra congregatio pro Sacramentis et cultu divino, Inaestimabile donum (3. April 1980) 20-27; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25.März 2004) 129-145.
[78]“Die eucharistische Gegenwart Christi - sein sakramentales “Ich bin bei Euch” - ermöglicht es der Kirche, das eigene Geheimnis immer tiefer zu entdecken, wie es die ganze Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils bezeugt, für das “die Kirche... in Christus gleichsam das Sakrament, d.h. Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott, wie für die Einheit der ganzen Menschheit” ist. Als Sakrament entwickelt sich die Kirche vom österlichen Geheimnis des “Fortgehens” Christi her, indem sie von seinem stets neuen “Kommen” durch das Wirken des Heiligen Geistes innerhalb derselben Sendung des Geistes der Wahrheit, des Trösters lebt”. Johannes Paul II., Dominum et vivificantem 63.
[79] Johannes Paul II., Mane Nobiscum Domine 18: “Verweilen wir lange auf den Knien vor dem in der Eucharistie gegenwärtigen Herrn, indem wir mit unserem Glauben und unserer Liebe die Nachlässigkeit, die Vergessenheit und sogar die Beleidigungen wiedergutmachen, die unser Erlöser in vielen Teilen der Welt erleiden muss.”
[80] “Wer sich im Zustand der Sünde der Eucharistie nähert, ist schlimmer als der Dämon“, Johannes Chrysostomus, Predigten zum Matthäusevangelium, 82, 6. „Überall wird daher der geordnete Vollzug des Mysteriums beachtet: zuerst das Heilen der Wunden durch die Vergebung der Sünden, nachfolgend wird die Nahrung vom himmlischen Tisch in Überfluß gegeben.“ Ambrosius, Auslegung des Lukasevangeliums, 6, 71.
[81] Vgl Konzil von Trient, Session XIII. Decretum de Ss. Eucharistia, DS 1661.
[82]Vgl. Johannes Paul II., Reconciliato et Paenitentia 17 und 27 ; Katechismus der Katholischen Kirche 1385.
[83] “Nicht jede Medizin ist für alle Krankheiten geeignet.[...] In ähnlicher Weise sind die Taufe und die Buße reinigende Medikamente (medicinae purgativae), die verabreicht werden, um das Fieber der Sünde zu entfernen. Die Eucharistie dagegen ist ein Stärkungsmittel (medicina confortativa), die nur für die zugelassen werden darf, die schon frei sind von Sünde” Thomas v. Aquin, Summa Theologiae III, q.80, a. 4, ad 2um.
[84]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche 1449-1460.
[85] Vgl.Johannes Paul II.: Redemptor hominis 20 “Ohne diese ständigen und immer wieder neuen Bemühungen um die Bekehrung wäre die Teilnahme an der Eucharistie der vollen und erlösenden Wirklichkeit beraubt, würde sie herabgemindert oder in ihr allgemein jene besondere Fähigkeit geschwächt, Gott das geistige Opfer darzubringen, in dem isch auf grundlegende und umfassende Weise unsere Teilnahme am Priestertum Christi ausdrückt.”
[86] Vgl.Johannes Paul II.: Familiaris consortio 84; Glaubenskongregation, Brief an die Bischöfe der Katholischen Kirche hinsichtlich des Empfanges der Kommunion von geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen, 14. September 1994.
[87] Vgl.Johannes Paul II.: Familiaris consortio 57.
[88] Vgl. Johannes Paul II.: Mulieris dignitatem 26. “Wir befinden uns hier mitten im Ostergeheimnis, das Gottes bräutliche Liebe zutiefst offenbart. Christus ist der Bräutigam, weil er ‘sich hingegeben hat’: Sein Leib wurde ‘hingegeben’, sein Blut wurde ‘vergossen’ (vgl. Lk 24,19.20). So hat er ‘seine Liebe bis zur Vollendung erwiesen’ (Joh 13,1). Die aufrichtige Hingabe, die im Kreuzesopfer enthalten ist, hebt endgültig den bräutlichen Sinn der Liebe Gottes hervor. Christus ist als Erlöser der Welt der Bräutigam der Kirche. Die Eucharistie ist das Sakrament des Bräutigams und der Braut. Die Eucharistie vergegenwärtig und verwirklicht auf sakramentale Weise aufs neue den Erlösungsakt Christi, der die Kirche als seinen Leib ‘erschafft’. (...) Vor allem in der Eucharistie wird ja in sakramentaler Weise der Erlösungsakt Christi, des Bräutigams, gegenüber der Kirche, seiner Braut, ausgedrückt. Das wird dann durchsichtig und ganz deutlich, wenn der sakramentale Dienst der Eucharistie, wo der Priester ‘in persona Christi’ handelt, vom Mann vollzogen wird.” Vgl. auch Konzil v. Trient, Sessio XXII. Decretum de Missa, DS 1740; Katechismus der Katholischen Kirche 1617
[89] Vgl. Glaubenskongregation, Brief an die Bischöfe der Kattholischen Kirche hinsichtlich des Empfanges der Kommunion von geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen (14. September 1994) 7-8.
[90]Vgl. Päpstlicher Rat für die Interpretation von Gesetzestexten, Dignitas connubii, 25. Januar 2005.
[91] Im byzantinischen Ritus ruft der Priester nach der Kommunion: „Oh unser heiligstes Ostern, Christus, Weisheit, Wort und Macht Gottes, mach, dass wir an dir in noch vollendeterer Weise teilhaben im unerschöpflichen Licht Deines anbrechenden Reiches“, La Liturgie de saint Jean Chrysostome, Ed. Des Benedictins de Chevetogne, 19574, 60.
[92]“Wenn du zu Tisch sitzt bei einem Herrscher, so achte nur auf das, was vor dir steht. Begrenze deinen Hunger, denn du weißt, dass du es vergelten mußt“ (Spr 23, 1-2). Ihr wisst, welches der Tisch des Herrschers ist; auf ihm sind der Leib und das Blut Christi, wer sich dem Tisch nähert, beeile sich, es zu vergelten. Und was bedeutet das? Es bedeutet, dass, wie Christus sein Leben für uns gegeben hat, so auch wir zur Auferbauung des Volkes und zur Bestärkung des Glaubens unser Leben für unsere Brüder hingeben müssen.“ Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium, 47, 2.
[93]Vgl. Johannes Paul II.: Mane Nobiscum Domine 24-25. “In Gemeinschaft mit Christus im Ostergedächtnis zu treten heißt zugleich, die Verpflichtung zu spüren, Boten und Verkünder des Ereignisses zu werden, das durch diesen Ritus vergegenwärtigt wird. Die Entlassung am Schluss jeder Messe stellt einen Auftrag dar, welcher den Christen zum Einsatz für die Verbreitung des Evangeliums und die christliche Beseelung der Gesellschaft drängt. Für diese Sendung gibt die Eucharistie nicht nur die innere Kraft, sondern liefert auch - in gewissem Sinne - den Plan. Die Eucharistie ist wirklich eine Seinsweise, die von Jesus auf jeden Christen übergeht und durch sein bzw. ihr Zeugnis in die Gesellschaft und in die Kultur ausstrahlen möchte.”
[94]Vgl. Ordo lectionum missae 10.
[95]Vgl. Cyprian, Brief “De sacramento calicis Dominici”, 63 1. Vgl auch Basilius, Über den Heiligen Geist, 27, 66.
[96] Vgl. Sacrosanctum Concilium 11.
[97] Vgl. Sacrosanctum Concilium 14.
[98] Vgl. Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 43-47.
[99] Vgl. Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 117-128.
[100] Es ist angebracht, daran zu erinnern, dass die ars celebrandi beispielhafte Bezugspunkte braucht, die dem ganzen christlichen Volk helfen können. In diesem Zusammenhang sollte an die Wichtigkeit der Pontifikalämter der Bischöfe in den Kathedralen erinnert werden (vgl. Institutio Generalis missalis Romani [20. April 2000] 22), wie auch an die einzigartige Rolle, die die Institute des geweihten Lebens spielen können, vor allem die Klostergemeinschaften (vgl. Johannes Paul II., Novo Millennio Ineunte 32-34; Kongregation für die Institute geweihten Lebens, Instruktion Neubeginn in Christus 8, 25-26, 31).
[101] Vgl. Ad Gentes 22; Kongregation für den Gottesdienst, Varietates legitimae (25. Januar 1994); Johannes Paul II., Redemptoris missio 25, 52-54, 76, 85; ders., Fides et ratio 61 und 72; ders. Ecclesia de Eucharistia 51.
[102]In dieser Hinsicht hat die Empfehlung von Sacrosantum Concilium 38 Bedeutung: “Unter Wahrung der Einheit des römischen Ritus im wesentlichen ist berechtigter Vielfalt und Anpassung an die verschiedenen Gemeinschaften, Gegenden und Völker, besonders in den Missionen, Raum zu belassen, auch bei der Revision der liturgischen Bücher. Dieser Grundsatz soll entsprechend beachtet werden, wenn die Gestalt der Riten und ihre Rubriken festgelegt werden.”
[103]Vgl. Das Missel romain pour les dioceses du Zaire und die Billigung des Ordo Missae für Indien. Bemühungen in dieser Richtung sind auch in Lateinamerika gemacht worden.
[104] Vgl. Johannes Paul II., Redemptoris missio 52-55.
[105]”Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm” Joh 6, 56. “Dieses Brot zu essen und diesen Wein zu trinken, bedeutet in Christus zu wohnen und ihn immer in uns zu tragen.” Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium, 26, 18.
[106] Wie im Brief an Diognet lautet: “Die Christen nämlich sind weder durch Heimat noch durch Sprache noch durch Sitten von den übrigen Menschen unterschieden. Denn sie bewohnen weder irgendwo eigene Städte noch verwenden sie eine abweichende Sprache noch führen sie ein absonderliches Leben. Wahrlich nicht durch irgendeine Einbildung oder Träumerei vorwitziger Menschen ist ihnen diese Lehre ersonnen worden. Und sie bewohnen griechische und nichtgriechische Städte, wie es ein jeder zugeteilt erhalten hat; dabei folgen sie den einheimischen Bräuchen in Kleidung, Nahrung und der übrigen Lebensweise, bezeugen aber dabei ein außerordentliches und paradoxes Gemeinschaftsleben. Sie bewohnen ihr jeweiliges Heimatland, aber nur wie fremde Ansässige; sie erfüllen alle Aufgaben eines Bürgers und erdulden alle Lasten wie Fremde; jede Fremde ist für sie Heimat und jede Heimat ist für sie Fremde.” Diognetbrief V, 1-5.
[107] Stundengebet, Montag der zweiten Woche, Vesper, Antiphon 3.
[108] Johannes Paul II., Ecclesiae de Eucharistia, Nr. 20: “Eine bedeutsame Konsequenz der eschatologischen Spannung, die in der Eucharistie eingeschrieben ist, besteht auch darin, dass sie uns auf dem Weg durch die Geschichte einen Impuls gibt und in die tägliche Arbeit und Pflicht eines jeden einen Samen lebendiger Hoffnung legt. Wenn die christliche Sichtweise nämlich dazu führt, auf einen „neuen Himmel“ und „eine neue Erde“ zu blicken (vgl. Offb 21,1), so schwächt dies nicht, sondern fördert unseren Verantwortungssinn für die gegenwärtige Welt. [...] Den Tod des Herrn verkünden, „bis er kommt“ (1 Kor 11,26) bringt für alle, die an der Eucharistie teilnehmen, den Auftrag mit sich, das Leben zu „verwandeln“, damit es in gewisser Weise ganz „eucharistisch“ werde. Genau diese Frucht der Verwandlung der Existenz wie auch der Auftrag, die Welt nach dem Evangelium umzugestalten, lassen die eschatologische Spannung der Eucharistiefeier und des ganzen christlichen Lebens aufleuchten: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20).”
[109] Johannes v. Damaskus zögert nicht, zusammen mit der orthodoxen Tradition festzuhalten: “Ich ehre die Materie und behandle sie mit Verehrung: Durch sie wurde mein Heil gewirkt”, Orationes de imaginibus I, 16
[110] Johannes Paul II. Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses über Umwelt und Gesundheit, 24. März 1997, Nr. 5.
[111] Vgl. Franz v. Assisi, Erstes Mahnschreiben: “Oh ihr Menschenkinder, wie lange noch verhärtet ihr euer Herz (Ps 4,3)? Warum kennt ihr die Wahrheit nicht und glaubt nicht an den Menschensohn (Joh 9,35)? Seht, jeden Tag erniedrigt er sich (Phil 2,8), wie damals, als er vom Königsthron (Weish 18,15) hinabstieg in den Schoß der Jungfrau Maria; jeden Tag kommt er zu uns in demütiger Form; jeden Tag steigt er vom Schoß des Vaters (Joh 1,18; 6,38) hinab auf den Altar in die Hände des Priesters; Und wie er den heiligen Aposteln in wahrem Fleisch erschien, so zeigt er nun sich uns im heiligen Brot. Und wie sie, mit ihren leiblichen Augen nur seinen Leib sahen, aber an ihn als Gott glaubten, da sie ihn mit den Augen des Geistes schauten, so müssen auch wir, wenn wir mit den leiblichen Augen Brot und Wein sehen, mit Sicherheit sehen und glauben, dass sie sein heiliger Leib und sein lebendiges und wahres Blut sind. Auf diese Weise ist der Herr immer mit seinen Gläubigen, wie er sagt: “Seht,ich bin immer bei euch bis zum Ende der Welt (Mt 28,20)”, Fonti Francescane, EMP, 1980, 138.
[112] Vgl. Johannes Paul II. Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses über Umwelt und Gesundheit, 24. März 1997, Nr. 2.
[113] Vgl. Johannes Paul II., Dominicae Cenae 5.
[114] „Es ist Euch weiterhin gut bekannt, liebe Brüder, dass die Eucharistie in den Gotteshäusern und den Oratorien als geistige Mitte der religiösen Gemeinde und Pfarrgemeinde aufbewahrt wird, ja gar der Weltkirche und der gesamten Menschheit, denn unter dem Schleier der heiligen Gaben enthält sie Christus, das unsichtbare Haupt der Kirche, Erlöser der Welt, Mitte aller Herzen,’von dem alles stammt, und auf den hin wir leben’ (vgl. 1Kor 8,6). Daraus folgt, dass der eucharistische Kult den Geist mit Kraft antreibt, eine ‘soziale’ Liebe zu pflegen, mit der das Gemeinwohl vor das eigene gestellt wird; machen wir uns die Sache der Gemeinschaft, der Pfarrei, der Weltkirche zu eigen; und weiten wir unsere Liebe auf die ganze Welt aus, denn wir wissen, dass es überall Glieder Christi gibt”, Paul VI., Mysterium fidei, 7.
[115] Vgl. Lumen Gentium 52-69.
[116] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 53-58.

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